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Kolumne über Fußball


Bayer Leverkusen – VfL Wolfsburg (11.Spieltag)

31.Oktober.2008. 0 Kommentare.

Bayer Leverkusen – VfL Wolfsburg

Vermutlich war Bayer Leverkusen der Favorit in dieser Partie. Die jungen Superstars wie Stürmer-Duo Patrick Helmes und Stefan Kießling, Torwart René Adler oder Mittelfeldakteur Simon Rolfes stehen derzeit im Licht der Öffentlichkeit. Die Erwartung ist groß und wird größer je länger die Supertalente ihre Leistung bringen. Dazu die lupenreine Heimbilanz der Rheinländer
Auf der anderen Seite stehen aber auch keine Unbekannten. VfL Wolfsburg nennt einige Hochkaräter sein Eigen, v.a. die beiden italienischen Weltmeister in der Abwehr: Cristian Zaccardo und Andrea Barzagli (beide vom US Palermo nach Wolfsburg gekommen), der Brasilianer und Stürmer Grafite, der in 32 Bundesligaspielen 16 Tore erzielte sowie Zvjezdan Misimovic, Mittelfeldspieler aus Bosnien. Kurz: eine an Stars reiche Partie.

Einer der Stars, Misimovic nämlich, muss in der ersten Halbzeit ausgewechselt worden. Lange wurde er am Spielfeldrand behandelt, die Wade schmerzte. In der 19. Minute signalisiert er: es geht nicht mehr, der Trainer Felix Magath muss ihn vom Platz nehmen. Für ihn kommt der Japaner Hasebe. Ein weiterer Wolfsburger Star, Zaccardo, nach einer Reihe von Fouls sieht in der 43. Minute dann endlich die gelbe Karte: verdient. Das waren die Highlights der ersten Halbzeit auf Wolfsburger Seite.
Anders Bayer. Mit einer guten Zahl ansehnlicher Torschüsse und gelungenen Offensiv-Aktionen dominierten die Leverkuser das Spiel, trafen allerdings das Tor nicht und verpassten es so, früh in Führung zu gehen.
Fazit: Die BayArena hat sicherlich schon bessere, aber sicherlich auch schon schlechtere Spiele gesehen. Stand zur Halbzeit: 0:0.


Unverändert ging es weiter, die beiden Teams kamen in gleicher Aufstellung aus der Kabine. Nach 5. Minuten schon die erste Großchance: der Schweizer Tranquillo Barnetta mit Schuss aufs Tor seines Landsmannes Diego Benaglio, der abwehrt, Abpraller und dann Kießling mit einer 100%igen um Haaresbreite vorbei! Das gibt’s doch gar nicht. Barnetta ärgert sich so sehr über die verpasste Chance, dass er es keine 5. Minuten später noch mal selber versucht. Diesmal sitzt der Schuss, Schweizer Benaglio chancenlos: 1:0 für die Gastgeber in der BayArena!
Die Defensive der Wölfe danach total durcheinander. Nach Barnetta denkt sich daher auch Kießling, dass er seine verpatzte Hundertprozentige wieder gutmachen muss. 65. Minute, Barnetta auf Kießling, der ins Tor von Benaglio: 2:0.
Magath MUSS reagieren. Der offensivschwache Grafite geht raus, für ihn kommt in der 69. Minute der brasilianische Stürmer Caiuby und für den ebenfalls enttäuschenden Zaccardo der junge Deutsch-Iraner und Ex-Hertha-Spieler Ashkan Dejagah. Mit diesem Doppelwechsel hat Magath drei Mal gewechselt und muss hoffen, dass es nun mit der Mannschaft auf dem Platz klappt. Noch wechseln kann Bayer-Trainer Bruno Labbadia, was er in der 83. Minute doppelt macht. Pirmin Schwegler für Renato Augusto und der Grieche Theofanis Gekas für den Torschützen Kießling. Dann in der 89. Minute noch einmal ein bisschen Zeitspiel, ein Wechsel von Karim Haggui für Torschützen Barnetta bringt wertvolle Sekunden. 91. Minute noch einmal eine Schrecksekunde und Rene Adler glücklich. Aber dann der Schlusspfiff. Tabellenführer für heute, Freitag: Bayer Leverkusen!

3.Liga

30.Oktober.2008. 0 Kommentare.

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ÜBER’N ZAUN GEKLETTERT: 3. Bundesliga

Heute: Was tut sich in der neu gegründeten 3. Bundesliga?

Einmal die Woche klettert erstebundesliga.blog.de über den Zaun und schaut, was sich in anderen Ligen so tut.

Die dritte Bundesliga ist noch sehr jung. Keine drei Monate alt sorgt sie dennoch für Spannung. 22 Punkte liegen zwischen dem derzeitigen Auf- und dem derzeitigen Abstiegsplatz.
20 Teams spielen insgesamt in der 3. Bundesliga, welche die bisherige dritte Spielklasse Regionalliga Nord und Regionalliga Süd zusammenfasste (die Regionalliga ist somit ab sofort viertklassig und wird in drei Regionen (Nord, Süd und West) eingeteilt). Von diesen 20 Teams qualifizieren sich zwei Mannschaften direkt für die 2. Bundesliga, der Drittplatzierte muss ein Relegationsspiel gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga gewinnen, um aufzusteigen. Ferner qualifizieren sich die vier besten Teams der 3. Liga automatisch für den DFB-Pokal (gilt nicht für die Amateur-Mannschaften der Proficlubs aus der 1. Bundesliga).

Es ist zu vermuten, dass sich das Reglement in der 3. Bundesliga noch häufig ändern wird in den nächsten Jahren. Schon jetzt wird die Anzahl der Amateur-Teams von Profi-Clubs wie Bayern München, Werder Bremen oder dem VfB Stuttgart in der 3. Liga diskutiert. Viele Fans der “echten” Drittligisten möchten die Amateure gerne aus der Liga verbannen, zumal diese bei Spielen auch keine wirklichen Fans mitbringen, auch nicht um den Aufstieg spielen, gelegentlich erstklassige Spieler „runterreichen“ und somit den Teams, für die es wirklich um alles geht, die Tour vermasseln….

Bekannte Clubs in der 3. Liga sind der Wuppertaler SV (zuletzt erstklassig 1975), Fortuna Düsseldorf (zuletzt erstklassig 1997), Dynamo Dresden (zuletzt erstklassig 1995), Eintracht Braunschweig (Deutscher Meister 1967) oder der SC Paderborn 07, der zuletzt durch Manipulationen im DFB-Pokalspiel gegen den HSV negative Schlagzeilen machte.

Die Rache der Ex-Bremer – ein Erklärungsversuch

29.Oktober.2008. 0 Kommentare.

Werder Bremen, die Nr. 1 im Norden!

Kolumne: „Die Rache der Ex-Bremer“

Werder Bremen hat einen denkbar ungünstigen Start in die Saison hingelegt. Mit gelegentlichen Momenten von Genialität (z.B. das 5:2 gegen München oder auch das 1:1 gegen Inter Mailand) fehlte Werder diese Saison einfach auch das nötige Maß an Glück. Da ballert man 90 Minuten auf das Tor eines unbekannten Vereins namens Anorthosis Famagusta und bleibt torlos. Da spielt man gegen abgezockte Schwaben und verliert in Stuttgart 1:4. Da hat man den Sieg gegen Dortmund bis in die 92. Minute gerettet, da wird Bremen die Show vermasselt.

Ortsausgangsschild Bremen

Ortsausgangsschild Bremen

Nach Schuldigen wird eifrig gesucht. Liegt es am Trainer Thomas Schaaf, dem dienstältesten Trainer der Bundesliga? Liegt es an dem üblichen Bremer Verletzungspech (Betroffene derzeit Leistungsträger wie Diego, Pizarro, Jensen oder Wiese)? Liegt es an der derzeit desolaten Werder-Abwehr, die mit Prödl und Boenisch zwei Perspektivspieler hat, die aber (noch) nicht immer auf höchstem Bundesliga-Niveau überzeugen?

Monokausale Erklärungen nennt man das und die sind in der Regel unzureichend, wenn nicht gar schlicht falsch. Es könnte eine Kombination aus allen oben genannten Faktoren sein, es könnte auch an etwas ganz anderem liegen. Daher im Folgenden ein weiterer Erklärungsversuch, der selbstverständlich für sich betrachtet einige Plausibilität besitzt, aber insgesamt doch zu kurz greifen dürfte. Drüber nachzudenken lohnt sich dennoch.

Man könnte das Problem auch „die Rache der Ex-Bremer“ nennen.

Wer schoss in der 92. Minute das 3:3 der Dortmunder gegen Bremen? Mohammed Zidan. Ein Ex-Bremer.
Wer schoss das 1:0 von Hannover gegen Bremen? Christian Schulz. Ein Ex-Bremer.
Wer schoss beide Treffer von Bayern München gegen Werder? Tim Borowski. Ein Ex-Bremer.
Wer schoss das gestrige 2:0 im Spiel Leverkusen gegen Bremen? Manuel Friedrich. Ein Ex-Bremer.
Wer bereitete es vor? Simon Rolfes. Ein Ex-Bremer.

Die Liste ist lang und ließe sich vermutlich beliebig ergänzen. Verkauft Bremen seine Leistungsträger zu sorglos? Zieht man dann noch in Betracht, dass Werder derzeit eine Champions League-taugliche A-Elf hat, aber keine gleichsam effektive Bank, dann liegt der Verdacht nahe, dass man sich zu leicht von Leistungsträgern wie Schulz, Borowski, Zidan & Co. trennt. Oder man könnte auch behaupten: kein Trainingslager ist so gut für junge Talente wie das Bremer…. Wie man es dreht und wendet, ob nun Ex-Bremer oder andere die gegnerischen Treffer erzielen: es kommen harte Zeiten auf Werder zu und man muss sich wohl eingestehen, dass der Traum der Herbstmeisterschaft ausgeträumt ist.

Hamburger SV – TSG 1899 Hoffenheim (9.Spieltag)

26.Oktober.2008. 0 Kommentare.

Hoffenheim

9. SPIELTAG: Hamburger SV – TSG 1899 Hoffenheim

Heute Nacht wurde die Uhr umgestellt auf Winterzeit und eine Winterzeit droht auch dem HSV. Die sicher geglaubte Tabellenführung gab man an den Aufsteiger Hoffenheim ab.

Am Ende des 9. Spieltages heißt der Tabellenführer 1899 Hoffenheim! Der HSV kassierte richtig: Tore und Karten! 3:0 steht es zur Halbzeit und Premiere-Moderator xx hat ganz zu Recht gesagt, dass das Ergebnis eigentlich noch glücklich für den Hamburger Sportverein ist.

Die Tore erzielten für Hoffenheim
1:0 Obasi (7. Minute nach Rechtsschuss von Carlos Eduardo)
2:0 Ibisevic (13. Minute nach Rechtsschuss von Demba Ba)
3:0 Obasi (35. Minute nach Rechtsschuss von Salihovic)


Dann in der zweiten Halbzeit nicht weniger aufregend, Hoffenheim weiter offensiv, aber dann nicht mehr mit der Durchschlagskraft der ersten Hälfte (bei einem 3:0 Vorsprung auch nicht nötig). Schlusspfiff. Hoffenheim neuer Tabellenführer.

Hoffenheim (man muss es sagen) verdient gewonnen, und (vermutlich) verdient Tabellenführer. Die geschätzten 1000 Fans, die es bundesweit gibt, werden sich sicherlich freuen.

Der Problemball: Werder Bremen

25.Oktober.2008. 0 Kommentare.

mertesacker
“Der Problemfallball
Heute: Werder Bremen

Werder Bremens bisherige Philosophie zeigt große Einsicht in die geheimen Mechanismen des Fußballs: Wenn Du ein Spiel gewinnen willst, dann musst Du ein Tor mehr als Dein Gegner schießen. Punkt. So einfach ist es, das Geheimnis von Fußball.
Und bisher hat Werder das auch immer großartig hinbekommen und Offensivfußball vom Feinsten geboten. Doch seit einiger Zeit hapert es. Nicht an der Offensive, die hat in der Liga mit 23 Toren derzeit die Nase vorn. Rosenberg, Pizarro, Almeida und Sanogo sind Torgarantien und auch im Mittelfeld stehen mit Özil, Frings, Diego und Jensen sehr torgefährliche Spieler bereit.
Schaut man jedoch in die Abwehr, dann merkt man, weshalb Werders so simple Fußballformel “Sieg = Gegentore + 1″ zur Zeit nicht aufgeht. Denn selbst die Schießbuden-Kellerkinder Cottbus, Frankfurt, Bielefeld & Co. haben nicht so viele Gegentreffer bekommen wie Werder!

Personelle Probleme hat Werder auf jeden Fall. Mit der Rotsperre von Mertesacker ist für drei Spiele ein wichtiger Mann verloren gegangen. Fritz hat ein Formtief. Prödl ist einfach noch nicht so weit. Und Naldo kann schließlich nicht die ganze Arbeit alleine machen… Das Fazit muss daher lauten: ein weiterer Abwehr-Profi muss in der Winterpause her. Bisher gab es keine (öffentlichen) Spekulationen darüber, welcher Abwehrspieler die desolate Viererkette bei Werder (vor zwei Jahren noch das Prunkstück der Liga) sanieren könnte… bleiben wir gespannt.

Bayern München – VfL Wolfsburg (9.Spieltag)

25.Oktober.2008. 0 Kommentare.

_bayern

9. SPIELTAG: Bayern München – VfL Wolfsburg

Was für ein Spiel! Mit saftigen 2:0 ging Wolfsburg in Führung und es sah nach einer weiteren Bundesliga-Niederlage für die Bayern aus, die vor wenigen Tagen erst in der Champions League so überzeugend gespielt hatten.
In der ausverkauften Allianz-Arena (69.000 Zuschauer) spielte der amtierende Meister gegen die nach oben strebende VW-Mannschaft aus Wolfsburg. Einen zu Unrecht gegebenen Foulelfmeter verwandelte Grafite in der 31. Minute sicher. Der Ball war im Netz, die Gäste in Führung. Die Bayern noch vollkommen orientierungslos, da klingelt es erneut. Dzeko schiebt zum 2:0 für Wolfsburg ein. Dann vor der Pause noch der erlösende Anschlusstreffer durch den Franzosen Ribery: 2:1.


Zurück aus der Kabine und entschlossen, nicht erneut zu Hause zu verlieren, machten die Bayern Nägel mit Köpfen und erzielten 9 Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit in der 54. Minute das 2:2 durch einen Bilderbuchkopfball von van Bommel, nachdem Klose am Keeper der Wölfe gescheitert war. Weitere 9 Minuten brachte dann sogar die Führung für die Heimmannschaft. Ein erneut verzogener Ball von Klose fiel dem völlig erstaunten Borowski auf den Fuß, der aber -ganz Profi- abzog und versenkte: 3:2. 17 Minten später dann die Vorentscheidung durch Schweinsteiger (diesmal mit einer Vorarbeit von Klose, die mehr als nur zufällig war). 4:2. Das war dann auch der Endstand.

Fazit: Das Klose-Dilemma. Er trifft das Tor nicht und dennoch “spielt er für die Mannschaft”. So der allgemeine Tenor deutscher Sportjournalisten und Fußballkommentatoren. Nach zwei holprigen Klose-Selbstversuchen, das Tor zu treffen, waren es immer Kollegen, die die Treffer erzielten. Erst van Bommel, dann der ebenfalls Ex-Werderaner Tim Borowski. Nur beim 4:2 kann man von einer beabsichtigten Vorarbeit durch Klose sprechen. Vielleicht sollte Klose konsequent ins Mittelfeld gezogen werden? Als Stürmer taugt er nicht mehr viel. Als Vorbereiter überzeugte er TROTZ drei Assists nur wenig.

Where am I?

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