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Werder Bremen – 1. FC Köln (13.Spieltag)

16.November.2008 Kommentare: 0

Werder Bremen, die Nr. 1 im Norden! 1. FC Köln

Werder Bremen – 1. FC Köln

Heute trifft der Ex-Werderaner Pierre Wome auf den Club, bei dem er bis vor kurzem noch gespielt hat: auf Werder Bremen. Der Kameruner gehörte damals zum Herzstück der hochgelobten Bremer Verteidigung, wo er zusammen mit Naldo und Per Mertesacker alles dicht machte. Die Verteidigung von Werder ist zur Zeit ein reines Desaster: “Schießbude der Liga” war für die letzten Spieltage der Spitzenclub aus der Hansestadt. Mittlerweile (dieses Spiel nicht mit eingerechnet) haben sich Borussia M’gladbach und der Karlsruher SC diesen Titel mit 24 Gegentoren geholt, Werder hat 23. Sollten sie heute ein oder mehr Gegentore kassieren sind sie wieder im Rennen um den Negativ-Titel! Köln hingegen ist mit 15 Gegentreffern derzeit zweitbeste Defensiv-Mannschaft in der Liga! Entscheidet heute im ausverkauften Weserstadion also die bessere Defensive über den Spielausgang? Wir werden sehen.

Bei Werder in der Abwehr der Österreich Seabastian Prödl, dazu Mertesacker und Naldo, sowie der Finne Petri Pasanen. Im Mittelfeld stehen Kapitän Frank Baumann, Torsten Frings und Aaron Hunt, sowie Superstar Diego. Im Sturm der ausgeliehene Claudio Pizarro zusammen mit Hugo Almeida. Im Tor wie immer Tim Wiese. Schmerzlich fehlen wird den Bremern heute der (zu Unrecht) rotgesperrte Özil.
Köln stellt in der Abwehr Brecko, Mohamad, Geromel und eben Wome auf. Im Mittelfeld stehen Pezzoni, der portugiesische Superstar Petit, McKenna und Vucicevic. Stürmen tun wie immer Antar und der sehr gefährliche Novakovic. Den Kölner Kasten hütet der Kolumbianer Faryd Mondragon.

Und Anpfiff. Die ersten 10 Minuten reißt Köln ganz klar das Spiel an sich. In der Bremer Abwehr herrscht heilloses Durcheinander. Auch Naldo, sonst so routiniert, zeigt bisher ein desaströses Stellungsspiel. Es dauert bis zur 9. Minute, bis Diego einen ersten Torschuss wagt, der aber weit drüber geht. Zwei Minuten später ähnliches Szenario, diesmal mit Frings – nur die mangelnde Präzision bleibt gleich. Dann in der 14. Minute kommt Bewegung ins Spiel. Doppelpass, Baumann dringt in den Strafraum ein, vor ihm nur noch Mondragon. Ausgerechnet Ex-Kollege Wome muss die Situation klären, indem er den Kapitän von hinten schubst, so dass er über den Torhüter stürzt. Keine Frage: Elfmeter. Diesen verwandelt Diego mit größter Ruhe und Souveränität vorbei an Mondragon ins rechte obere Eck zum 1:0. Tanz an der Eckfahne… Nicht ganz verdient die Führung, schauen wir was Werder draus macht. Sie drücken ein bisschen aufs Gaspedal. Vor allem Almeida und Diego drücken nach vorne, doch im Endeffekt bleiben sie unerfolgreich. Diese kleine Durststrecke nutzen die Kölner und drücken nun ihrerseits. Torgefährliche Situationen entstehen durch nach wie vor schlechtes Bremer Abwehrspiel. Doch dann ist es Werder, die das Ding reinmachen. Torsten Frings über rechts in den Strafraum, wo Mohamad ihn zu Fall bringt. Der erwartete Elfer wird nicht gegeben (die Zeitlupen-Wiederholung zeigt: zu Unrecht, er hätte gegeben werden müssen). Immerhin wird auf Ecke entschieden. Frings drückt rechts ein loses Stück Rasen an der Eckfahne zurecht, legt sich den Ball auf den Punkt, schaut, nimmt Anlauf und bringt ihn rein – auf den Hinterkopf des langen Naldo, der ihn mühelos ins linke untere Eck platzieren kann. 2:0 für Werder Bremen in der 45.+1 Minute. Dann Pausenpfiff. Im wahrsten Sinne des Wortes glückliche Werderaner gehen vom Platz. Ein versteinerter Christoph Daum versteht die Welt nicht mehr und starrt fassungslos vor sich hin….


Immer noch keine Statistik vorhanden, wieviele Tore in dieser Saison schon zwischen der 46. und 49. Minute erzielt wurden, aber ich wette, dass es viele waren…. Hier war es in der 48. Minute, als Köln das Tor erzielte, natürlich durch Novakovic, der von Vucicevic bedient wird. Mit ein bisschen Glück schafft er es an Mertesacker vorbei und aus mittlerer Entfernung ins Tor. 2:1 – der Anschlusstreffer ist sein 8. Treffer in dieser Saison. Werder lässt nicht lange auf sich warten und setzt sich in der 55. Minute noch einmal deutlich ab. Hugo Almeida schnappt sich eine Flanke vom eingewechselten Dusko Tosic und hämmert das Ding aus fast 20 Metern mit einem Wuchtschuss knapp unter die Latte in den Kasten. Ob Mondragon den schnellen Ball überhaupt hat kommen sehen?? 3:1 und das zweite Tor für den Portugiesen Almeida, der bisher immer hinter dem Schweden Rosenberg das Nachsehen hatte. Der Wettbewerb im Bremen-Sturm dürfte neu ausgerufen sein…
Keine zwei Minuten später hat Pizarro das 4:1 auf dem Fuß, schafft es aber doch irgendwie knapp links am Tor vorbeizuschießen. Dafür landet der stolpernde Pizarro selbst im Tor… Dennoch: Bremen kommt und lässt den Kölnern keinen Raum mehr. Köln braucht neue Impulse und verspricht sich diese von frischen Spielern: Daum wechselt aus, Sanou kommt für Pezzoni und Radu für den gelb-vorbelasteten Vucicevic (67. Minute). Schöne Aktionen der Grün-Weißen: rechts erobert Frings den Ball und zieht ab, der prallt ab, wieder auf Frings, der auf Diego in der Mitte, der weiter nach rechts auf Hunt und Schuss. Vorbei. Wenige Sekunden später Sturm der Kölner, Novakovic auf Radu, der geht im Strafraum zu Fall nach Bodycheck von Tosic, der Schiedsrichter lässt weiterlaufen und gibt keinen Elfer für Köln sondern entscheidet auf Schwalbe: merkwürdig, denn dann hätte er Radu die gelbe Karte geben müssen. In jedem Fall eine Fehlentscheidung, so oder so… das weiß auch Trainer Christoph Daum und lacht den Schiri sichtlich aus – womit er vollkommen Recht hat!
Insgesamt sehen die Fans jetzt eine spannende Bundesligapartie. Beide Teams drücken und speilen schnell und offensiv. Vor allem Almeida kann seine Visitenkarte eindrucksvoll abgeben: er spielt klasse! Hingegen fällt der Ex-Werderaner Wome negativ ab. Nicht nur sein Foul, dass zum Elfmeter führte ist schlecht, auch seine Ecken sind ziellos und ungefährlich, seine Offensivaktionen merkwürdig übereifrig und somit effektlos.
In der Bremer Abwehr hingegen stimmt nun alles: Mertesacker verteidigt brilliant, Naldo und Tosic haben auch ein großartiges Offensivspiel im Angebot und Pasanen gibt rechts ein besseres Bild ab als links! Die Fans singen zu Recht ihre Lieder: “Die-e-eeee-go” und “Hier – regiert – der SVW”.
Nun bringt Thomas Schaaf doch noch Rosenberg für den fantastischen Almeida ins Spiel (82. Minute). Rosenberg lässt sich nicht lange bitten und köpft eine Flanke von Tosic in der 83. an die Latte, das war knapp.
Radu erzielte in der 86. Minute ein Tor, doch die Zeitlupe zeigt: vier Kölner standen dabei klar im Abseits, das Tor zu Recht nicht gewertet: die Kölner meckern vergeblich. Eine Minute später erneut eine klare Abseitsstellung von Novakovic, der meckert ebenfalls, doch vergeblich. Die Bremer Abwehr hat das voll im Griff. Die Bremer Angreifer auch, 88. Minute, Hammerschuss von Rosenberg auf den Keeper. Eine Minute Nachspielzeit, die dann noch einen passablen Torschuss von Vranjes sieht. Dann Schlusspfiff, Werder nimmt drei Punkte mit gegen unglückliche Kölner.

Die Verlierer dieser Partie waren eindeutig die vier Referees, die das Spiel über weite Strecken eindrucksvoll störten. Hoffen wir, dass Pizarro nach seiner Verbalattacke gegen die Schiedsrichter aus der vergangenen Woche heute seinen Mund hält und nicht gegen den Stuttgarter Schiedsrichter Schmidt wettert (obwohl das durchaus gerechtfertigt wäre) – dann würde er wohl kaum mit bloß 3.000€ Strafe davon kommen… Nächste Woche geht es für Werder in die Nachbarstadt Hamburg zum Nordderby: da sollte Pizarro besser dabei sein! Für Köln geht es nächste Woche

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