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Borussia Mönchengladbach – Bayern München (13.Spieltag)

15.November.2008 Kommentare: 0

Borussia Mönchengladbach FC Bayern München

13.Spieltag: Borussia Mönchengladbach – Bayern München

Es ist zwar schon ein paar Jahre her, aber es gab eine Zeit, als diese beiden Mannschaften Fußballdeutschland schlichtweg dominierten. Borussia Mönchengladbach machte 1977 in der Champions League Platz 2, gewann den UEFA-Cup in den Jahren 1975 und 1979, wurde dort auch zwei Mal Zweiter: 1973 und 1980. Pokalsieger waren sie gleich dreifach: 1960, 1973 und 1995
und erreichten 1984 und 1992 jeweils im Pokal Platz 2. Deutscher Meister wurden die Gladbacher gleich fünf Mal, in den Jahren 1970, 1971, 1975, 1976 und 1977 und schlossen 1974 und 1978 als Vize-Meister ab. Was für ein Kaliber! Und jetzt? Frisch aus der zweiten Liga aufgestiegen war der größte Erfolg in der laufenden Saison einmal Platz 11 am dritten Spieltag: darauf folgten acht Spieltage im Abstiegskeller und der erste Trainerwechsel der Saison. Am 4. Oktober 2008 wurde auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass man sich von Trainer Jos Luhukay trennen werde. Interimstrainer wurde der Sportdirektor des Vereins: Christian Ziege. Zwei Wochen später wurde bekannt gegeben, dass Hans Meyer neuer Trainer in Gladbach werden würde. Zuvor hatte Meyer das Amt zwischen 1999 bis 2003 ausgeübt und wurde daher mit Freuden zurückbegrüßt. Das Spiel heute hat also vielleicht nur auf dem Papier historischen Wert, aber dennoch hoffte jeder in M’gladbach auf das Wunder. Höchste Heimniederlage der Borussia war übrigens das 0:6 gegen FC Bayern München in der Saison 1985/1986. Sollte sich das heute wiederholen? Denn die Bayern waren hier klar der Favorit….

Die Aufstellung bei Gladbach sah Paauwe, Gouhouri und Baumjohann vor, statt der letzte Woche erfolgreichen Spieler van den Bergh, Dorda und Colautti. Bei Bayern kehrten nach Verletzungspause Lahm und Schweinsteiger zurück in den Kader. Auch Lell stand unverständlicherweise in der Startelf – von dem Mann, der angeblich auch gelegentlich handgreiflich werden kann (oder der, wie Mehmet Scholl sagt, “seiner Freundin gelegentlich eine lellt”) sah man in den letzten Wochen keine einzige vernünftige Aktion. Die zuletzt so großartigen Spieler Borowski, Oddo und Kroos saßen zunächst auf der Bank (für letzteren wohl ein ewiges Schicksal…. Deutschland, Deine Talente…!). Podolski kämpft mit Rückenproblemen und war daher gar nicht erst mit nach NRW gereist. Es stürmten folglich Miro Klose und Luca Toni.

Wie nicht anders zu erwarten hatte es stark geregnet und der Rasen war matschig. Das bremste dann auch das Spiel sichtlich, das wollte einfach nicht in Gang kommen. Aus der Lethargie wurde der Zuschauer erst in der 21. Minute gerissen, als -förmlich aus dem Nichts- eine schnelle Kombination über die linke Seite kam. Philipp Lahm bahnte sich seinen Weg in den Strafraum, umdribbelte dabei mehrere Abwehrspieler und dann, kurz vor der Grundlinie, legte der Abwehrspieler mit sicherem Auge und Fuß auf den lauernden Toni ab. Der hatte nun keine Probleme mehr, den Ball mit dem rechten Außenrist aus kurzer Distanz ins Tor zu schießen: 0:1 für die Gäste. Das Spiel wurde jetzt interessanter. Die Münchner dominierten nun das Spielfeld und hatten bis zur Pause mehrere Großchancen, die sie aber nicht verwerten konnten. Daher blieb es beim 0:1.


Man muss nicht in der Kabine gewesen sein, um zu wissen, was Hans Meyer seinen Jungs aufgetragen hat: offensiveres Spiel. Und so kam die Borussia bemüht aus der Kabine und schaffte es, die lethargischen Münchner ordentlich unter Druck zu setzen. Fast meinte man, wieder die zwei Mannschaften auf Augenhöhe zu sehen, wie damals. Doch dann der Schock in der 65. Minute: der Borusse Gouhouri foult im Strafraum Ribery. Elfmeter! Den führt Ribery auch selber aus. Kurzer Anlauf, kurzes Abstoppen, erneuter Anlauf und dann Mitte-Links versenkt: 0:2. Kein Meisterschuss, aber drin.
Mit einem sicheren Vorsprung von zwei Toren wechselt Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann (heute öfter mal mit einem Lächeln auf den Lippen) aus. Tim Borowski und Sosa kommen kurz aufeinander folgend für die schlapper wirkenden Bayernspieler Schweinsteiger und Lahm (65. Minute, 67. Minute). In der 77. Minute dann, wer hat die Borussia ernsthaft noch auf dem Plan?, dann aus dem Nichts die Chance. Der sehr aktiv spielende Marin bringt eine Ecke rein, der ebenfalls souveräne Baumjohann verlängert bis kurz vor den Fünfmeterraum. Dort lauert Friend, der Demichelis austricksen kann und links in die Ecke schießt. Der Anschlusstreffer. 1:2!
137 Sekunden später, die Bayern hatten die Orientierung noch nicht ganz wiedergewonnen, eine starke Aktion der Borussia, die bei Bradley endet, der perfekt und bilderbuchgleich an Michael Rensing vorbei ins rechte Eck zieht. Tor. Ausgleich: 2:2! Wer hätte das gedacht??
Jetzt wird’s richtig schnell. Die Borussia drängt, die Bayern erwachen aus ihrem Dornröschenschlaf und beide Teams bieten den Zuschauern eine unglaublich spannende Schlussphase. Beide Teams mit großartigen Chancen, die letze der Partie hat Luca Toni in der 91. Minute: doch er verzieht. Und so ertönt der Schlusspfiff, beide Teams nehmen einen Punkt mit nach hause. Aus Bayern-Sicht wohl “nur” einen Punkt…

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