

Werder Bremen verpasst den Einzug in das Achtelfinale der Champions League. Ein Unentschieden gegen die Underdogs aus Zypern reichte den Hanseaten nicht, um weiterhin in der Königsklasse spielen zu können. Werder machte das, was sie schon in den letzten Bundesligaspielen gezeigt hatten: sie spielten überlegen, dominierten das Spiel, schafften es am Ende jedoch nicht, ihre vielen Torchancen zu verwerten. Die Zypern standen dicht und verteidigten mit 10 Mann den eigenen Strafraum, der 11. Mann wartete auf die Kontermöglichkeiten.
Nachdem die erste Halbzeit mit 0:0 endete und auch der Stand im Spiel Inter Mailand – Panathinaikos Athen noch 0:0 betrug, war rechnerisch noch alles möglich. In der 59. Minute kam dann mit Hunt für Baumann ein offensiver für einen defensiven Spieler. Obwohl es Hunt gelang, das Spiel sichtlich zu beleben, schadete vielleicht die offensive Ausrichtung ein wenig. Denn keine drei Minuten nach der Auswechslung von Kapitän Frank Baumann, der ein solides Spiel gemacht hatte, fiel das 0:1 nach einer Ecke: Clemens Fritz war nicht an seinem Gegenspieler Nikolaou, der ins Torwarteck abzog. Vander, der für den verletzten Tim Wiese eingesprungen war, machte auch keine gute Figur: der wäre haltbar gewesen!
Bremen hatte sich von dem Schock gerade ein bisschen erholt und das Spiel wieder an sich gerissen, als keine 6 Minuten später Famagusta das 0:2 schoss: nachdem Fritz im Mittelfeld den Ball verloren hatte kam der Zyper Hawar an den Ball, er passte von rechts nach innen, wo Torwart Vander den ersten Schuss parierte, dann aber gegen den Nachschuss Savios machtlos war. Die Vorentscheidung?
Keine vier Minuten später das Unglaubliche: Hunt dringt in den Strafraum ein, wird von Nikolaou zu Fall gebracht, der wohl seinen Schuh auf Hunts Verse gestellt hatte: Elfmeter für Werder! Diego schnappte sich das Leder und verwandelte mit hartem Schuss zum 1:2.
Grün ist die Hoffnung, grün ist Werder – und so nahm das Spiel noch einmal richtig Fahrt auf nach diesem Anschlusstreffer. In der 87. Minute verlängert der Schwede Rosenberg, der für den enttäuschenden Pizarro ins Spiel gekommen war, per Kopf zu Almeida, der aus sechs Metern das 2:2 erzielte! Sofort danach tauchte er alleine vor dem Tor der Zypern auf, scheiterte aber spektakulär am Keeper. Die Zypern spielten nun auf Zeit, ließen sich fallen, hatten Wadenkrämpfe, warfen sich auf den Boden und nahmen so den Wind aus dem Spiel. Die 4 Minuten Nachspielzeit liefen ab und der Schlusspfiff holte Werder in die Wirklichkeit zurück.
Thomas Schaaf am Spielfeldrand wartete gespannt auf die Ergebnisse aus Mailand, als dann aber die Schreckensnachricht kam, dass Inter Mailand zuhause gegen Athen verloren hatte, stand ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: denn nun hat Werder keine Möglichkeit mehr, das Achtelfinale zu erreichen. Mit ein bisschen Glück und einem Sieg gegen Inter in zwei Wochen wäre ein UEFA-Cup-Platz noch drin, aber auch hier ist Werder auf das Ergebnis des Spiels Famagusta gegen Panathenaikos angewiesen.
Marco Bode sagte nach dem Spiel: “Wir haben Unentschieden gespielt, aber es fühlt sich an, wie die bitterste Niederlage.”