Fussballkolumne.de

Kolumne über Fußball


VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart (14.Spieltag)

22.November.2008. 0 Kommentare.

VfL Wolfsburg VfB Stuttgart

Krisengebeutelter VfB Stuttgart. Natürlich stellt Armin Veh einiges um. eim VfB spielen Boulahrouz, Hitzlsperger und Simak für Osorio, Pardo und Khedira. Felix Magath, der drei Jahre Trainer in Stuttgart war und der den Verein zum allerersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Champions Legue führte, trifft nun mit dem VfL auf den VfB…
Das erste Tor des Tages schossen die Stuttgarter in der Volkswagen-Arena durch Lanig, nachdem Gomez eine tolle Ballannahme machte, Torabschluss suchte, aber scheitert: Martin Lanig machts dann! 0:1. Unattraktiv geht die Partie weiter, das einzige Highlight eine Glanzparade des 39-jährigen Jens Lehmann. Dann aber Halbzeitpause in Wolfsburg.


Weiter geht’s und zwar gleich mit Hochgeschwindigkeit: Fehler von Lanig im Spielaufbau, Lehmann klasse Parade mit dem rechten Fuß, aber Grafite staubt ab zum 1:1. Wolfsburg drückt jetzt. Grafite erzielt in der 75. Minute sein 11. Saisontor für den VfL Wolfsburg. 2:1 durch den großartigen Brasilianer – Wolfsburg beweist seine Heimstärke. Und kurz darauf das nächste Tor für Wolfsburg. Starke Offensive, diesmal durch Dzeko, den Bosnier, der mit ein bisschen Glück gegen Lehmann seinen vierten Saisontreffer erzielen kann. 3:1. 84. Minute dann das 4:1, wieder durch Dzeko. Chancenlose Schwaben und eiskalte Wolfsburger: der Stand von 4:1, der auch der Endstand ist, spiegelt die Partie wieder.

Karlsruher SC – Borussia Dortmund (14.Spieltag)

21.November.2008. 0 Kommentare.

Anstoß der Partie ist am: 21.November 2008 um 20:30 Uhr im Karlsruher Wildparkstadion.

Der KSC ist zur Zeit auf Platz 16 der Tabelle und damit auf einem der aktuellen Abstiegsplätze. Dortmund könnte hingegen mit einem Sieg für zumindest eine Nacht auf einen UEFA Cup Platz klettern. Die Auswärtsbilanz des BVB ist mit nur zwei Niederlagen in dieser Saison sehr gut. Während auf Karlsruher Seite nur zwei Siege zu Hause stehen.

Aufstellung Borussia Dortmund:
Sebastian Kehl, der Kapitän der Borussen, fällt wohl verletzungsbedingt aus. Tinga dürfte für Kehl einspringen. Zidan im Sturm kämpft noch mit einer Grippe herum, aber Frei scharrt mit den Hufen und wird heute wohl spielen. Mats Hummels hat endlich seine Verletzung auskuriert und kehrt nach 3 Wochen Pause zurück in den Kader von Trainer Jürgen Klopp.
Weidenfeller – Owomoyela, Felipe Santana, Subotic, Hummels? – Kehl? – Tinga, Kringe – Hajnal – Blaszczykowski, Zidan/Frei?

Aufstellung Karlsruher SC:
Der Georgier Iashvili und Kapllani sind wohl wieder in der Startelf. Der Australier Joshua Kennedy bleibt ebenso auf der Bank wie Carnell.
M. Miller – Celozzi, Sebastian, Stoll, Eichner – Mutzel, Aduobe – Freis, da Silva, Iashvili – Kapllani

Thiago Neves – ein Brasilianer in Hamburg

21.November.2008. 0 Kommentare.

Thiago Neves, Neuzugang vom HSV

Profi-Profil: Thiago Neves:
Thiago Neves, oder Thiago Neves Augusto, wie er mit vollem Namen heißt, spielt seit Ende August 2008 beim Hamburger Sportverein. Der 23-jährige Linksfuss spielt im linken offensiven Mittelfeld. Er ist nach dem Weggang der beiden Hamburger Superstars Vincent Kompany (neuer Verein: Manchester City) und Rafael van der Vaart (neuer Verein: Real Madrid) sicherlich der spektakulärste Neuzugang der Hanseaten (wobei sich der HSV mit Mladen Petric und Marcell Jansen zwei nicht weniger hochkarätige Spieler ins Boot geholt hat). 6.500.000 Euro überwiesen die Hamburger an Neves früheren Verein Fluminense Football Club aus Rio de Janeiro, Brasilien, der die letzte Saison auf dem vierten Platz der brasilianischen ersten Liga abschloss. Fluminense hatte ihn gerade mal ein Jahr zuvor für läppische 850.000 Euro von Paraná Clube gekauft – also über 700% Gewinn mit dem Transfer von Neves gemacht. In Brasilien wurde Neves 2007 “Fußballer des Jahres” (“Bola de Ouro”). Er errang mit der brasilianischen Nationalelf die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Peking (2008). Kein Wunder also, dass an der Elbe die Erwartungen an den 1,82m großen Thiago Neves sehr hoch sind. » Den ganzen Beitrag lesen! «

5-Jahreswertung

20.November.2008. 1 Kommentar.

Die UEFA-Fünfjahreswertung

Jeder, der sich für Fußball interessiert hat schon einmal von ihr gehört: der ominösen 5-Jahreswertung. Die Eingeweihteren wissen auch, dass die 5-Jahreswertung (bzw. die UEFA-Fünfjahreswertung, wie sie korrekt heißt) irgendwie die Vergabe der Teilnahmeplätze in internationalen Wettbewerben regelt. Doch wie genau das geschieht und was die Vor- und Nachteile der Fünfjahreswertung sind, das wissen wirklich nur die allerwenigsten. Daher widmet sich erstebundesliga heute diesem Thema.

Was ist die UEFA-Fünfjahreswertung und was regelt sie?
Die UEFA-Fünfjahreswertung gibt an, mit wievielen Mannschaften ein Verband wie etwa der DFB in den internationalen Wettbewerben vertreten ist, d.h. in der Champions League, im UEFA Cup und (bis vor einem Jahr noch) im UI-Cup. Für das Ranking gilt daher die einfache Faustregel: je höher ein Verband gewertet wird, desto mehr Teams aus diesem Verband dürfen am internationalen Fußball teilhaben. Damit ein Verband wie beispielsweise der DFB schon vor Beginn der (nationalen) Saison weiß, welche Plätze in der Ligatabelle einen internationalen Startplatz bedeuten, gilt nicht die aktuelle 5-Jahres-Wertung, sondern die Vorjahreswertung. Beispiel: Für die laufende Saison 2008/09 gilt die Wertung des Vorjahres, d.h. 2007.

Da bis 1992 der Wettbewerb “Europapokal der Landesmeister” hieß (engl.: European Champions Clubs’ Cup) nahmen damals nur die jeweiligen nationalen Meister teil (bis heute wird der Wettbewerb gerne noch schlicht Europapokal genannt). Um den Wettbewerb attraktiver zu gestalten und auch für andere gut platzierte Teams zu öffnen wurde er 1992 in UEFA Champions League umbenannt und in die 5-Jahreswertung mit aufgenommen (nachdem die Wertung vorher nur die Teilnahme am UEFA-Cup regelte, der seit 1971 lief – der UEFA Cup wird übrigens ab der kommenden Saison 2009/10 in “UEFA Europa League” umbenannt und neu ausgerichtet – dazu in Kürze mehr). 1995 kam auch der UEFA Intertoto Cup (kurz: UI-Cup) zur Fünferwertung hinzu (wird allerdings ab der Saison 2009/10 abgeschafft).

Wie wertet die 5-Jahreswertung?
Jedes internationale Spiel, das eine Mannschaft bestreitet wird gewertet. In der Champions League und im UEFA-Cup wird wie folgt gewertet:

  • Sieg: 2 Punkte
  • Unentschieden: 1 Punkt
  • Niederlage: 0 Punkte

Dazu gibt es noch eine ganze Reihe von Bonuspunkten, in der Champions League wie folgt:

  • Erreichen der Gruppenphase: 3 Punkte Bonus
  • Erreichen von Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale, Finale: jeweils 1 Punkt Bonus

Und im UEFA-Cup sieht die Bonuspunkt-Vergabe wie folgt aus:

  • Halbierung der Gesamtpunkte aus der Qualifikationsrunde
  • Erreichen Viertelfinale, Halbfinale, Finale: jeweils 1 Punkt Bonus

Abschließend werden alle Punkte addiert, die die Vereine eines bestimmten Verbandes (z.B. des DFB) erspielt haben und durch die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften geteilt.

Welche Verbände führen die UEFA-Fünfjahreswertung an und wo liegt Deutschland?
Eins vorweg: Deutschland schneidet in der Wertung leider nie besonders gut ab. Die letzte Final-Teilnahme liegt nun schon sechs Jahre zurück: in der Saison 2001/02 verlor Bayer Leverkusen gegen ein starkes Real Madrid (1:2). Der letzte Sieg in der Champions League liegt nun schon sieben Jahre zurück. Damals gewann der FC Bayern München in der Saison 2000/01 das Finale im Elfmeterschießen gegen den FC Valencia; davor stand Borussia Dortmund 09 das letzte Mal im Finale, in der Saison 1996/97, wo sie siegreich gegen Juventus Turin waren, mit einem legendären Treffer durch den jungen Lars Ricken. Trainer bei den beiden letzten CL-Siegen war beide Mal Ottmar Hitzfeld.

Klingt eigentlich gar nicht schlecht. Innerhalb von 10 Jahren 3 Final-Teilnahmen, 2 davon siegreich… schaut man allerdings rüber nach Spanien, England oder Italien (deren Landesverbände die 5-Jahreswertung traditionell anführen) dann sieht man, was eine wirklich gute Bilanz ist. In den letzten 10 Jahren hatten die Briten 5 Finalten und 3 Sieger (ManU 1999 und 2008, Liverpool 2005), die Italiener 4 Finalisten und 2 Sieger (AC Mailand 2003 und 2007), die Spanier 5 Finalisten und 4 Sieger (Real Madrid 1998, 2000, 2002; FC Barcelona 2006). Im UEFA Cup ist die Ausbeute noch magerer. Letzte Finalteilnahme durch Borussia Dortmund in der Saison 2001/2002 (2:3 verlorgen gegen Feyenoord Rotterdam). Letzter Finalsieg in der Saison 1996/1997 durch den FC Schalke 04 (gegen Inter Mailand).
Somit überrascht es nicht, dass Deutschland derzeit “nur” auf Platz 4 liegt (mit 50,2 Punkten). Auf Platz 1 liegt England (71,72 Punkte), gefolgt von Spanien auf Platz 2 (mit 68 Punkten) und Italien auf Platz 3 (58,91 Punkte). Dabei ist deutlich zu sehen, dass Deutschland vor allem in der Saison 2006/07, also unmittelbar nach der Weltmeisterschaft im eigenen Land, stark eingebrochen ist und gerade einmal 9,5 Punkte holte: eine schlechte Saison, die uns insgesamt 5 Jahre lang belasten wird.

Warum schneidet Deutschland in der 5-Jahreswertung so schlecht ab?
Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Aber häufig kritisieren die Verantwortlichen der Vereine, dass sie nicht mit dem internationalen Wettbewerb mithalten könnten, weil es in Deutschland an Geld fehle. Während es in England Gang und Gäbe ist, dass reiche Sponsoren ganze Clubs kaufen (z.B. beim FC Chelsea) passiert das in Deutschland nicht. Denn hierzulande gibt es die sog. “50+1-Regel”. Diese “Fünfzig-Plus-Eins-Regel” legt fest, dass der Verein immer die Aktienmehrheit halten muss, so dass private Investoren folglich nicht die Mehrheit eines Bundesligaclubs erhalten können. Zuletzt hatte der Hannover 96-Präsident Martin Kind öffentlich gegen diese Regelung gewettert, bislang erfolglos. Vereine wie die TSG Hoffenheim, die von der finanziellen Unterstützung ihres Mäzens Dietmar Hopp lebt, sind daher in der Bundesliga selten und sowieso nicht mit der völligen Beteiligung eines Roman Abramovic zu vergleichen. Viele Befürworter der 50+1-Regel halten dagegen, dass Geld allein den Erfolg auch nicht sichern würde und verweisen auch gerne auf die “guten alten Zeiten”, als ein Verein wie Bayern München auch ohne Milliarden schwere Finanzspritzen in den 1970er Jahren drei Mal hintereinander die Champions League gewann. Die Debatte ist aber aus verschiedenen Gründen emotional sehr aufgeheizt, da gerade die großen deutschen Clubs wie Bayern München und Werder Bremen ohnehin regelmäßig auf internationaler Bühne spielen und sich über eine schlechte 5-Jahreswertung nicht beschweren zu brauchen. Aber gerade die Clubs, die häufig im oberen Mittelfeld der Tabelle abschließen würden davon profitieren, wenn Sponsoren die Mehrheit übernehmen würden: sie hätten so die Möglichkeit mit verbessertem Personal die ein oder zwei Plätze nach oben zu klettern, die fehlen, um international mitmischen zu dürfen – und schließlich fließt durch eine regelmäßige Champions League-Teilnahme ordentlich Geld in die Vereinskassen…

Deutschland-England 1:2 (0:1)

20.November.2008. 0 Kommentare.

Langweiliges Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und England

Langweiliges Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und England

(Berlin, 19. November 2008) In einer insgesamt äußerst langweiligen Partie schlug die B-Elf von England zu Recht eine desolate deutsche Elf. Die meisten deutschen Offensivaktionen verkümmerten schon in der eigenen Hälfte. Die Engländer störten früh, die deutsche Elf war äußerst fehleranfällig im Passspiel und Spielaufbau.

Alles ging in der Nationalmannschaft durch die Mitte und dort standen die Engländer so perfekt, wie das deutsche Mittelfeld schlecht stand.
Die Flügel, auf denen sich Trochowski immer wieder anbot, wurden nicht bespielt: überall merkte man das Fehlen zweier hochkarätiger Mittelfeld-Regisseure wie Frings und Ballack, die stark in der Ballbehauptung und zielsicher im Zuspiel und Verteilen der Bälle sind. Rolfes und Jones konnten diese Rolle nicht ausfüllen. Schweinsteiger machte insgesamt auch keine glückliche Figur: aber die Engländer hingen an ihm wie Kletten und waren sichtlich darauf gedrillt, Schweinsteiger komplett aus dem Spiel zu nehmen: hatte er den Ball wurde er sofort gedoppelt. Eine erfolgreiche Strategie, wie sich zeigen sollte!

Im deutschen Angriff stimmte in der ersten Hälfte einfach gar nichts. Mit Klose und Gomez liefen zwei Spieler in der Startelf auf, die zuletzt in ihren Vereinen eher enttäuschend spielten und die folglich auch in dieser Begegnung 100% unauffällig blieben. Dann kam erst Helmes für den blassen Bayernstürmer Klose (46. Minute) und Podolski für den unsichtbaren Mario Gomez (57. Minute). Während es dem Leverkusener Angreifer gelang, sich beim 1:1 wirkungsvoll in Szene zu setzen, als er den Fehler des englischen Unglücks-Torwarts Carson eiskalt ausnutzte und einnetzte, blieb Poldi eher unauffällig.

In der Abwehr spielte nicht wie erwartet Schäfer von Beginn an, sondern der Hoffenheimer Marvin Compper. Der Mann mit der Rückennummer 16 machte wenig falsch und noch weniger richtig: insgesamt kein glänzender Auftritt. Auf der Position fehlte ganz klar ein Weltklassespieler wie Philipp Lahm: den konnte Compper eindeutig nicht ersetzen. Anfangs hatten es die Engländer ganz klar auf die rechte Seite abgesehen: dort verteidigte Friedrich die ersten Minuten sehr wackelig, fand dann aber mehr ins Spiel. Einzig Per Mertesacker zeigte heute eine gute Leistung. In der direkten Wertung kann man sagen, war der Bremer Abwehrspieler klar der beste Mann auf dem Platz. Er zeigte Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und die nötige Orientierung.

Im Tor stand in der ersten Halbzeit Rene Adler und in der zweiten Halbzeit der Bremer Torwart Tim Wiese. Beide bekamen einen Gegentreffer. Adler versucht einen Ball mit Links wegzufausten, hakte sich dabei irgendwie bei einem Gegenspieler ein, der ihn behinderte, den Ball schnell genug mit Rechts wegfausten zu können, als Adler merkte, dass es mit Links nicht ging. Die Zeitlupen zeigten deutlich: nur Millimeter ging Adlers Faust am Ball vorbei. Beim Runterkommen wurde Adler zu Boden gerissen und konnte den anschließenden Nachschuss von Upson nicht mehr parieren. Er beschwerte sich danach lautstark, dass der Schiedsrichter nicht gepfiffen hätte. Jedoch handelte der Schiedsrichter absolut richtig: da gab es nichts zu pfeifen!
Wiese hingegen zeigte einige Glanzparaden und bewies, dass er der einzige deutsche Torhüter im Moment ist, der seit Jahren in einem Topclub mit internationaler Erfahrung spielt. Beim Gegentreffer war Wiese machtlos. Terry kam nach einem Freistoß aus dem Nichts und köpfte ein. Auch wenn Bela Rethy in seiner Moderation von einem Abseitstreffer sprach und meinte, man müsse den Engländern “eigentlich” das Tor aberkennen, war davon auch in der siebzehnten Zeitlupe nichts zu sehen: absolut regelkonformes und schönes Tor… und zudem: sehr verdient!

Denn obwohl ausgerechnet am Ende Deutschland auftaute und ein bisschen attraktiver zu spielen begann, hatte diese desolate deutsche Elf es nicht verdient, hier als Sieger vom Platz zu gehen. Nach 93 Minuten war das Spiel zu Ende. Aber so richtig freuen konnte sich keiner über das Ergebnis: die deutschen Fans natürlich nicht, aber auch bei den Engländern herrschte gleichgültige Teilnahmslosigkeit: wer freut sich schon über einen Sieg, wenn die eigene Mannschaft gerade das langweiligste Spiel der letzten Monate abgeliefert hat??

Aber wie sagte Michel Platini vor dem Spiel: Deutschland gegen England? Das ist doch ein alter Hut von 1966, unsere Generation ist doch eigentlich mit den viel brisanteren Begegnungen zwischen Deutschland und Holland aufgewachsen! — vielleicht hat der Präsident der UEFA recht und wir müssen uns einfach auf den nächsten Klassiker freuen, wenn irgendwann Deutschland wieder gegen Holland spielt…!

Die Londoner Times titelte zwar: “England’s lesser lights combine to fulfil year of transformation” (Quelle: The Times), aber von einer wirklich Transformation zweiklassiger Spieler in Legenden wie Beckham, Cole oder Ferdinand kann noch nicht die Rede sein. Eine gelungene Verjüngungskur hingegen kann man den Engländern sehr wohl bescheinigen… was nicht immer eine Selbstverständlichkeit war.

Vorbericht Deutschland – England

18.November.2008. 0 Kommentare.

Länderspiel Deutschland-England (19.11.2008) Berlin

Länderspiel Deutschland-England (19.11.2008) Berlin

Ein Klassiker auf den viele gewartet haben: Deutschland gegen England.

Doch was für ein Deutschland spielt da eigentlich gegen was für ein England? Die Aufstellung der beiden Teams enthält derzeit viel Gewohntes, aber auch einiges an Überraschendem.

Das Tor bei der deutschen Nationalelf hütet natürlich erst einmal Rene Adler (Bayer Leverkusen). Der junge Mann ist die derzeitige Nummer 1, da Robert Enke von Hannover 96 immer noch verletzungsbedingt pausiert. Hinter ihm steht momentan nur der Bremer Tim Wiese. Beide sind aktuell in einer guten Form und Verfassung: keine Sorge auf dieser Position!

In der Abwehr stehen zwei Routiniers: der Herthaner Arne Friedrich darf natürlich im heimischen Berliner Olympiastadion für die deutsche Elf spielen. Neben ihm der Bremer Abwehrspieler Per Mertesacker, der zuletzt gegen Köln ein gutes Spiel machte. Der Schalker Heiko Westermann wird ebenfalls in der Abwehr stehen, was nicht überraschen dürfte: der Schalker spielt zur Zeit tadellos und ist zudem auch sehr torgefährlich! Die Überraschung in der Abwehr ist damit der vierte Mann, der Wolfsburger Marcel Schäfer, der sieben Jahre lang bei 1860 München spielte, bevor er letzte Saison zum Erstligisten in die VW-Stadt Wolfsburg geholt wurde.

Im Mittelfeld nichts Überraschendes: Ballack ist verletzt und spielt daher nicht, Frings hat noch seine Querelen mit dem Bundestrainer Löw (fussballkolumne.de berichtete) und wird daher auch nicht spielen. Logisch, dass da natürlich die “jungen Wilden” rankommen, die schon zuletzt von sich reden machten: der Leverkusener Simon Rolfes und der Hamburger Piotr Trochowski. Der Münchner Bastian Schweinsteiger ist im Mittelfeld somit dienstältester Spieler! Ergänzt wird die Mittelfeld-Power durch den Schalker Jermaine Jones. Der zuletzt so schwache Stuttgarter Thomas Hitzlsberger bleibt damit erst einmal auf der Bank.

Im Sturm gibt es trotz des Weggangs von Schalker Kevin Kuranyi keine Probleme. Lukas Podolski sitzt nur auf der Bank, er ist noch nicht ganz fit. Dafür stürmen dann mit dem Bayernspieler Miro Klose ein alter Hase (dem im letzten Spiel der Bayern allerdings keine einzige nennenswerte Aktion gelang!) und mit dem jungen Leverkusener Patrick Helmes der aktuelle deutsche Stürmerstar der Liga. Mario Gomez vom VfB Stuttgart hatte diesen Titel bis zur EM inne, enttäuschte dort aber auf ganzer Linie und konnte seitdem noch nicht wirklich wieder zu der Leistung der letzten Saison gelangen: er sitzt daher erst einmal auf der Bank.

Damit stellt Leverkusen zunächst die meisten Spieler auf dem Platz (Adler, Rolfes und Helmes); Bayern und Schalke je zwei Spieler (Klose, Schweinsteiger; Jones und Westermann). Die Teams Hertha, Werder Bremen, Wolfsburg und Hamburg stellen jeweils einen Startspieler. Von den aktuell in der Liga topplatzierten Klubs fehlt damit nur Borussia Dortmund (aktuell: Platz 6). Leistungsträger beim BVB wie Sebastian Kehl und Mats Hummels konnten verletzungsbedingt nicht berücksichtigt werden. Patrick Owomoyela, Marcel Schmelzer, Florian Kringe oder Marc Andre Kruska wurden gar nicht erst berücksichtigt, was angesichts ihrer hervorragenden Leistungen in der Liga eher unverständlich ist….

Und wie schaut es beim Team von der Insel aus?
Schaut man auf die Besetzungsliste dann fällt vor allem eins auf: die Superstars fehlen! Terry spielt, Wright-Philips spielt und Walcott spielt. Peter Crouch sitzt auf der Bank. Und sonst? Wo sind Wayne Rooney, Steven Gerrard, Frank Lampard oder Rio Ferdinand?? Alle verletzt! Auch David Beckham, den seine Wege wieder nach Europa zurückführen (zum AC Mailand), ist nicht nachnominiert worden. Ist das überhaupt eine richtige englische Mannschaft was Fabio Capello da aufgestellt hat?

Im Tor steht David James (Portsmouth).

In der Abwehr stehen: zwei bekannte Größen: Wayne Bridge und John Terry vom FC Chelsea, zusammen mit Glen Johnson (Portsmouth), der wohl hierzulande nur den richtigen Premier League-Fans ein Begriff sein dürfte und Matthew Upson (West Ham) für den vermutlich ein ähnlicher Bekanntheitsgrad anzusetzen ist…

Das Mittelfeld bestücken: Gareth Barry vom Aston Villa, Michael Carrick (Manchester United), Stewart Downing (Middlesbrough), und Shaun Wright-Phillips (Manchester City) – also zwar kein richtiges A-Mittelfeld, aber doch durchaus eins, vor dem man Respekt haben sollte!

Damit rückt Theo Walcott von Arsenal London in den Sturm, wo er zusammen mit dem 24-jährigen Darren Bent von Tottenham Hotspur spielt (den die “Spurs” vor einem Jahr für sage und schreibe 24,5 Millionen Euro vom Absteiger Charlton Athletic kauften – Vereinsrekord! Doch in dieser Saison brachte das den Spurs noch nichts, obwohl Bent sieben Treffer erzielte: sie stehen auf dem vorletzten Platz der Liga – zum Preisvergleich: der Ex-Herthaner Kevin-Prince Boateng kostete die Spurs “nur” 7,9 Millionen Euro).

Ein B-England? Vielleicht! Aber man muss der Ehrlichkeit halber sagen, dass ohne Ballack und Frings auch nicht gerade das absolute A-Deutschland spielt…

Also heißt es am Mittwoch, den 19.11. um 20:45 Uhr im Berliner Olympia-Stadion: A1/2-Deutschland gegen A1/2-England… trotzdem ein Klassiker auf den wir uns freuen.

Schuldenfreie Qualität – Werder Bremen

18.November.2008. 0 Kommentare.

Von Krise keine Spur. Nicht nur, dass Werder sich am Sonntag gegen den 1.FC Köln eindrucksvoll durchsetzen konnte (siehe Spielbericht Werder Bremen – 1.FC Köln), nicht nur, dass auch das sonst so stark gefüllte Werder-Lazarett kaum noch Besucher hat, nicht nur, dass Werder neun seiner Profis zu Nationalspielen schickt, nein: auch in der Vereinskasse stimmt es mal wieder. Einen Rekord-Umsatz von 112,4 Mio Euro meldet der Verein auf seiner Webseite www.werder.de: ein Rekord-Umsatz der Werder Bremen GmbH & Co KG aA (Vorjahresergebnis waren 105,8 Millionen Euro, somit hat man im abgeschlossenen Geschäftsjahr 6,6 Mio. Euro mehr erzielt).

Natürlich ist die wichtigste Einnahmequelle auch in diesem Jahr wieder die Teilnahme an der UEFA Champions League gewesen. Zum fünften Mal in Folge haben die Grün-Weißen in der weltweit höchsten Spielklasse teilnehmen dürfen – auch wenn es in der aktuellen Runde nicht danach aussieht, dass Werder die nächste Runde erreichen wird.
Jürgen Born, Geschäftsführer der Werder Bremen GmbH & Co KG aA erwähnte auch, dass in diesem Traumumsatz auch “signifikante Transferablösesummen enthalten sind.” (Quelle hier, wie überall sonst in diesem Artikel auch: www.werder.de).

Während der Umsatz also signifikant gestiegen ist, ist der Gewinn deutlich zurückgegangen. Im Gegensatz zu 8,3 Mio EUR im Vorjahr, erzielte der Verein in diesem Jahr “nur” einen Gewinn von 2,4 Millionen Euro. Ein Teil der Vorjahreseinnahmen stammten, so Born, jedoch auch aus der Fußball-Weltmeisterschaft und einem Vertrag mit Kirch TV. Die diesjährige G+V-Rechnung weise also einen vergleichbaren Wert auf, wie im Vorjahr.

Werder bleibt dabei wie immer angenehm auf dem Teppich. Anders als so manch anderer Bundesliga-Verein wird nun vereinsintern nicht über Spielereinkäufe im dreistelligen Millionenbereich nachgedacht. Vielmehr will der Verein weiterhin schuldenfrei operieren – kurz: es wird nicht mehr ausgegeben als eingenommen wird. So einfach und simpel ist die Rechnung eines schuldenfreien Clubs, der dennoch national wie international hohe und höchste Leistungen erzielt.

1. FSV Mainz 05

17.November.2008. 0 Kommentare.


Trainer:
Der berühmteste Mainzer? Zweifellos Jürgen Klopp. Doch gerade der ist gar nicht mehr dabei, sondern coacht seit dieser Saison (2008/09) den Erstligisten Borussia Dortmund – und zwar äußerst erfolgreich, wie das 4:0 gegen Frankfurt am 13. Spieltag bewies. Ein Grund mehr, mal einen Blick auf den aktuellen Tabellenführer in der 2. Bundesliga zu werfen, um zu sehen, wer dort für den Erfolg der Mannschaft sorgt.

Trainer und somit Nachfolger von Jürgen Klopp bei Mainz 05 ist der Norweger Jørn Andersen (45 Jahre alt), der zuletzt die Kickers Offenbach trainierte. Der ehemalige Stürmer, der in seiner aktiven Zeit als Spieler für mehrere Bundesliga-Clubs spielte (darunter der 1. FC Nürnberg, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf, der Hamburger SV und Dynamo Dresden) trat als Nachfolger von Klopp in große Fußstapfen. Er ließ sich jedoch nicht beirren und führte Mainz in den ersten Spieltagen souverän an die Tabellenspitze: der Aufstieg in die 1.Bundesliga ist durchaus denkbar.

Erfolge:
Die Erfolgsgeschichte von Mainz ist überschaubar. 1905 wurde der Verein gegründet, spielte aber Jahrzehnte lange im Amateurfußball. 1988 schließlich ein wichtiges Jahr für den Verein: der Aufstieg in die 2. Bundesliga mit sofortigem Abstieg. Doch die Mainzer blieben am Ball und stiegen sofort wieder auf in die 2. Liga, das war 1990. 14 Jahre lang biss sich der sog. “Karnevalsverein” in der zweiten Bundesliga fest. Einer der Spieler dieser Ära war ein gewisser Jürgen Norbert Klopp (1990-2001). 325 Zweitliga-Spiele bestritt Klopp für seinen Verein in dieser Zeit (52 Tore). Direkt im Anschluss an seine aktive Karriere übernahm Klopp ab Februar 2001 das Traineramt. In den beiden Folgejahren war Mainz jedes Mal kurz vor dem Aufstieg in die erste Liga, schloss aber beide Male “bloß” als Tabellenvierter ab.
2004 war es dann endlich soweit und der Sprung in die 1.Bundesliga gelang! Klopp verstand es einwandfrei, seine Jungs auf dem Teppich zu halten und rief als Ziel den Klassenerhalt aus, der ihm auch gelang: Mainz schloss in der ersten Erstligasaison auf Platz 11 ab (ebenso in der Folgesaison).
Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte war freilich die Teilnahme am UEFA-Cup, als Mainz 2005/06 über die sog. “UEFA-Fair-Play-Wertung” die Qualifikationsphase erreichte. Gegen einen armenischen und einen isländischen Verein gewannen die Mainzer und zogen in die erste Runde ein. Dort scheiterte man jedoch am FC Sevilla, dem späteren UEFA-Cup Sieger.
Im selben Jahr, 2005/06, dem insgesamt wohl besten der Vereinsgeschichte, erreichte man auch im DFB-Pokal das Viertelfinale, wo man gegen den FC Bayern München ausschied (2:3 nach vorheriger Führung).
Im Jahr 2007 gelang den Mainzern der Klassenerhalt nicht und die Mannschaft stieg wieder in die 2. Bundesliga ab. Klopp hatte bereits vorher angekündigt, dass er im Falle eines Abstiegs den Verein verlassen würde und so trennten sich die Wege von Klopp und dem FSV im Guten. Klopp trainiert heute den Erstliga-Verein Borussia Dortmund.

Kader:
Einer der bekanntesten Ex-Mainzer dürfte wohl Manuel Friedrich sein: er war der erste Spieler der Vereinsgeschichte, der in der deutschen Nationalmannschaft spielen durfte (auch wenn er aktuell nicht für die Nationalelf berücksichtigt ist). Mittlerweile spielt der Verteidiger für den Erstligaverein Bayer Leverkusen. Andere bekannte Spieler sind der Torhüter Dimo Wache, ein Mainzer Urgestein. Der aktuelle Topstürmer bei Mainz kommt aus Burkina-Faso, einem französischsprachigen Land in Nordafrika. Seine Name ist Aristide Bancé, er erzielte in der laufenden Saison 5 Treffer für Mainz.

13.Spieltag: Elf des Tages

17.November.2008. 0 Kommentare.

Tremmel (Energie Cottbus)

Simunic (Hertha) – Naldo (Werder) – Subotic (BVB) – Santana (BVB)

Cicero (Hertha) – Augusto (Leverkusen) – Baumjohann (M’gladbach) – Hajnal (BVB)

Kießling (Leverkusen) – Obasi (Hoffenheim)

Damit stellt an diesem Spieltag der BVB die meisten Spieler (3), gefolgt von Hertha BSC (2) und Bayer Leverkusen (2). Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach und Hoffenheim stellten je einen Spieler, während mit Tremmel das erste Mal in dieser Saison ein Cottbuser Spieler es in die Elf des Tages schaffte.

Werder Bremen – 1. FC Köln (13.Spieltag)

16.November.2008. 0 Kommentare.

Werder Bremen, die Nr. 1 im Norden! 1. FC Köln

Werder Bremen – 1. FC Köln

Heute trifft der Ex-Werderaner Pierre Wome auf den Club, bei dem er bis vor kurzem noch gespielt hat: auf Werder Bremen. Der Kameruner gehörte damals zum Herzstück der hochgelobten Bremer Verteidigung, wo er zusammen mit Naldo und Per Mertesacker alles dicht machte. Die Verteidigung von Werder ist zur Zeit ein reines Desaster: “Schießbude der Liga” war für die letzten Spieltage der Spitzenclub aus der Hansestadt. Mittlerweile (dieses Spiel nicht mit eingerechnet) haben sich Borussia M’gladbach und der Karlsruher SC diesen Titel mit 24 Gegentoren geholt, Werder hat 23. Sollten sie heute ein oder mehr Gegentore kassieren sind sie wieder im Rennen um den Negativ-Titel! Köln hingegen ist mit 15 Gegentreffern derzeit zweitbeste Defensiv-Mannschaft in der Liga! Entscheidet heute im ausverkauften Weserstadion also die bessere Defensive über den Spielausgang? Wir werden sehen.

Bei Werder in der Abwehr der Österreich Seabastian Prödl, dazu Mertesacker und Naldo, sowie der Finne Petri Pasanen. Im Mittelfeld stehen Kapitän Frank Baumann, Torsten Frings und Aaron Hunt, sowie Superstar Diego. Im Sturm der ausgeliehene Claudio Pizarro zusammen mit Hugo Almeida. Im Tor wie immer Tim Wiese. Schmerzlich fehlen wird den Bremern heute der (zu Unrecht) rotgesperrte Özil.
Köln stellt in der Abwehr Brecko, Mohamad, Geromel und eben Wome auf. Im Mittelfeld stehen Pezzoni, der portugiesische Superstar Petit, McKenna und Vucicevic. Stürmen tun wie immer Antar und der sehr gefährliche Novakovic. Den Kölner Kasten hütet der Kolumbianer Faryd Mondragon.

Und Anpfiff. Die ersten 10 Minuten reißt Köln ganz klar das Spiel an sich. In der Bremer Abwehr herrscht heilloses Durcheinander. Auch Naldo, sonst so routiniert, zeigt bisher ein desaströses Stellungsspiel. Es dauert bis zur 9. Minute, bis Diego einen ersten Torschuss wagt, der aber weit drüber geht. Zwei Minuten später ähnliches Szenario, diesmal mit Frings – nur die mangelnde Präzision bleibt gleich. Dann in der 14. Minute kommt Bewegung ins Spiel. Doppelpass, Baumann dringt in den Strafraum ein, vor ihm nur noch Mondragon. Ausgerechnet Ex-Kollege Wome muss die Situation klären, indem er den Kapitän von hinten schubst, so dass er über den Torhüter stürzt. Keine Frage: Elfmeter. Diesen verwandelt Diego mit größter Ruhe und Souveränität vorbei an Mondragon ins rechte obere Eck zum 1:0. Tanz an der Eckfahne… Nicht ganz verdient die Führung, schauen wir was Werder draus macht. Sie drücken ein bisschen aufs Gaspedal. Vor allem Almeida und Diego drücken nach vorne, doch im Endeffekt bleiben sie unerfolgreich. Diese kleine Durststrecke nutzen die Kölner und drücken nun ihrerseits. Torgefährliche Situationen entstehen durch nach wie vor schlechtes Bremer Abwehrspiel. Doch dann ist es Werder, die das Ding reinmachen. Torsten Frings über rechts in den Strafraum, wo Mohamad ihn zu Fall bringt. Der erwartete Elfer wird nicht gegeben (die Zeitlupen-Wiederholung zeigt: zu Unrecht, er hätte gegeben werden müssen). Immerhin wird auf Ecke entschieden. Frings drückt rechts ein loses Stück Rasen an der Eckfahne zurecht, legt sich den Ball auf den Punkt, schaut, nimmt Anlauf und bringt ihn rein – auf den Hinterkopf des langen Naldo, der ihn mühelos ins linke untere Eck platzieren kann. 2:0 für Werder Bremen in der 45.+1 Minute. Dann Pausenpfiff. Im wahrsten Sinne des Wortes glückliche Werderaner gehen vom Platz. Ein versteinerter Christoph Daum versteht die Welt nicht mehr und starrt fassungslos vor sich hin….


Immer noch keine Statistik vorhanden, wieviele Tore in dieser Saison schon zwischen der 46. und 49. Minute erzielt wurden, aber ich wette, dass es viele waren…. Hier war es in der 48. Minute, als Köln das Tor erzielte, natürlich durch Novakovic, der von Vucicevic bedient wird. Mit ein bisschen Glück schafft er es an Mertesacker vorbei und aus mittlerer Entfernung ins Tor. 2:1 – der Anschlusstreffer ist sein 8. Treffer in dieser Saison. Werder lässt nicht lange auf sich warten und setzt sich in der 55. Minute noch einmal deutlich ab. Hugo Almeida schnappt sich eine Flanke vom eingewechselten Dusko Tosic und hämmert das Ding aus fast 20 Metern mit einem Wuchtschuss knapp unter die Latte in den Kasten. Ob Mondragon den schnellen Ball überhaupt hat kommen sehen?? 3:1 und das zweite Tor für den Portugiesen Almeida, der bisher immer hinter dem Schweden Rosenberg das Nachsehen hatte. Der Wettbewerb im Bremen-Sturm dürfte neu ausgerufen sein…
Keine zwei Minuten später hat Pizarro das 4:1 auf dem Fuß, schafft es aber doch irgendwie knapp links am Tor vorbeizuschießen. Dafür landet der stolpernde Pizarro selbst im Tor… Dennoch: Bremen kommt und lässt den Kölnern keinen Raum mehr. Köln braucht neue Impulse und verspricht sich diese von frischen Spielern: Daum wechselt aus, Sanou kommt für Pezzoni und Radu für den gelb-vorbelasteten Vucicevic (67. Minute). Schöne Aktionen der Grün-Weißen: rechts erobert Frings den Ball und zieht ab, der prallt ab, wieder auf Frings, der auf Diego in der Mitte, der weiter nach rechts auf Hunt und Schuss. Vorbei. Wenige Sekunden später Sturm der Kölner, Novakovic auf Radu, der geht im Strafraum zu Fall nach Bodycheck von Tosic, der Schiedsrichter lässt weiterlaufen und gibt keinen Elfer für Köln sondern entscheidet auf Schwalbe: merkwürdig, denn dann hätte er Radu die gelbe Karte geben müssen. In jedem Fall eine Fehlentscheidung, so oder so… das weiß auch Trainer Christoph Daum und lacht den Schiri sichtlich aus – womit er vollkommen Recht hat!
Insgesamt sehen die Fans jetzt eine spannende Bundesligapartie. Beide Teams drücken und speilen schnell und offensiv. Vor allem Almeida kann seine Visitenkarte eindrucksvoll abgeben: er spielt klasse! Hingegen fällt der Ex-Werderaner Wome negativ ab. Nicht nur sein Foul, dass zum Elfmeter führte ist schlecht, auch seine Ecken sind ziellos und ungefährlich, seine Offensivaktionen merkwürdig übereifrig und somit effektlos.
In der Bremer Abwehr hingegen stimmt nun alles: Mertesacker verteidigt brilliant, Naldo und Tosic haben auch ein großartiges Offensivspiel im Angebot und Pasanen gibt rechts ein besseres Bild ab als links! Die Fans singen zu Recht ihre Lieder: “Die-e-eeee-go” und “Hier – regiert – der SVW”.
Nun bringt Thomas Schaaf doch noch Rosenberg für den fantastischen Almeida ins Spiel (82. Minute). Rosenberg lässt sich nicht lange bitten und köpft eine Flanke von Tosic in der 83. an die Latte, das war knapp.
Radu erzielte in der 86. Minute ein Tor, doch die Zeitlupe zeigt: vier Kölner standen dabei klar im Abseits, das Tor zu Recht nicht gewertet: die Kölner meckern vergeblich. Eine Minute später erneut eine klare Abseitsstellung von Novakovic, der meckert ebenfalls, doch vergeblich. Die Bremer Abwehr hat das voll im Griff. Die Bremer Angreifer auch, 88. Minute, Hammerschuss von Rosenberg auf den Keeper. Eine Minute Nachspielzeit, die dann noch einen passablen Torschuss von Vranjes sieht. Dann Schlusspfiff, Werder nimmt drei Punkte mit gegen unglückliche Kölner.

Die Verlierer dieser Partie waren eindeutig die vier Referees, die das Spiel über weite Strecken eindrucksvoll störten. Hoffen wir, dass Pizarro nach seiner Verbalattacke gegen die Schiedsrichter aus der vergangenen Woche heute seinen Mund hält und nicht gegen den Stuttgarter Schiedsrichter Schmidt wettert (obwohl das durchaus gerechtfertigt wäre) – dann würde er wohl kaum mit bloß 3.000€ Strafe davon kommen… Nächste Woche geht es für Werder in die Nachbarstadt Hamburg zum Nordderby: da sollte Pizarro besser dabei sein! Für Köln geht es nächste Woche

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