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Quo Vadis DFB?

26.November.2008 Kommentare: 0

Deutscher Fußball-Bund e.V.

Deutscher Fußball-Bund e.V.

Es gehört zu den ungeschriebenen Gesetzen der Fußballkultur, dass der DFB den Beliebtheitswert eines Gegentores in der 93. Minute noch unterbietet. In den Stadien, wo die Fans noch von der “guten alten Zeit” schwärmen und gegen “den modernen Fußball” wettern scheint der Deutsche Fußball-Bund e.V als das personifizierte Böse zu gelten.

Daran ändern auch die jüngsten Entscheidungen des Dachverbandes des deutschen Fußballs nichts. Allen voran die Entlassung des U21-Nationaltrainers Dieter Eilts sorgte für Unmut. Eilts hatte sich kurz zuvor mit seiner Mannschaft für die U21-EM 2009 qualifiziert, war dann aber, trotz hervorragender Leistungen, von seinem Amt enthoben worden. Er passe nicht in die DFB-Philosophie. (fussballkolumne.de berichtete im Zusammenhang mit Eilts neuem Job als Trainer des Zweitligisten Hansa Rostock).

Wenn der DFB sich plötzlich eine eigene “Philosophie” auf die Fahnen schreibt, dann darf er sich nicht wundern, wenn richtige Philosophen sich zu Wort melden. Der Berliner Philosoph und Sportsoziologe Prof. Dr. Gunter Gebauer (Freie Universität Berlin) gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger: “Herr Zwanziger schießt mit unverhältnismäßigen Mitteln gegen einen Journalisten, der – im Unterschied zu den meisten Kollegen – eine unangenehme Position einnimmt und nicht zu den Ja-Sagern gehört.” Damit bezieht sich Gebauer auf den jüngsten Eklat des DFB. Theo Zwanziger, Präsident des DFB, fühlte sich von einem Kommentar auf dem Blog www.direkter-freistoss.de von Sportjournalist Jens Weinreich persönlich angegriffen. Weinreich hatte dort geschrieben: “Er [Zwanziger, A.d.R.] ist ein unglaublicher Demagoge.” Theo Zwanziger hatte prompt seinen Duden zur Hand und darin gefunden, dass das Wort ‘Demagoge’ auch die Bedeutung von ‘Volksverhetzer’ habe und daraufhin Anzeige gegen den Journalisten erstattet. Der Anzeige wurde nicht stattgegeben, zwei Mal. Die Geschichte jedoch wurde zu einem kleinen Skandal in der Blogosphere, der Welt der Online-Reporter, ob nun professionell oder hobbymäßig.

Ferner stört viele Fans auch die relativ angestrengte Personalpolitik der DFBler (siehe Fall Dieter Eilts) – eine Kritik, die schon seit einigen Wochen auch nicht mehr vor dem sonst so beliebten Bundestrainer Löw halt macht. Sein rigider Führungsstil schaffte ihm einige Minuspunkte auf der Beliebtheitsskala vieler Fans. Vor allem seine Auseinandersetzungen mit den Spielern Kuranyi, Ballack und Frings sorgten für Ausehen, aber auch sein stillschweigendes Ausbooten von Torwart Timo Hildebrand vor der EM. Für Fans der genannten Spieler dürfte Löw nun ein rotes Tuch sein. Aber auch manch andere mag sich fragen, nach welchen Kriterien in der Nationalelf entschieden wird.

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