

Herbstmeister Hoffenheim?

Will heute den Sieg gegen seinen Ex-Club: Hoffenheim-Trainer Ralf Rangnick (Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung der TSG Hoffenheim)
Die Begegnung des heutigen Sonntages, die der Bremer Schiedsrichter Gagelmann um 17 Uhr anpfiff, stand unter einem bedeutenden Stern. Die TSG Hoffenheim, dieser Dorfclub, der seit Wochen an der Spitze der 1.Bundesliga steht und mit gutem Offensivfußball auch tatkräftig untermauert, dass er dort oben hingehört, diese TSG Hoffenheim könnte heute ihren ersten Erfolg feiern und den Herbstmeister-Titel holen. Voraussichtlich wird es das letzte Spiel der TSG ohne Timo Hildebrand sein, dessen Wechsel vom FC Valencia zur TSG letzte Woche bekannt gegeben wurde. Und Schalke muss hier und heute den Anschluss an das obere Tabellendrittel halten, und zwar durch einen Sieg.
Aufstellung
FC Schalke 04 spielt ein 4-3-3 mit Farfan, Asamoah und Altintop im Sturm.
Neuer
Rafinha, Höwedes, Krstajic, Westermann
Ernst, Jones, Engelaar
Farfan, Asamoah, Altintop
Auf der Reservebank sitzen mit Bordon, Pander, Kobiashvili und Rakitic immer noch gute Alternativen zu den Spielern auf dem Platz. Nur im Sturm sollte sich tunlichst niemand verletzen, da Kuranyi nicht spielfähig ist.
TSG Hoffenheim mit gleicher Formation wie Schalke, 4-3-3. Im Mittelfeld spielt statt Carlos Eduardo Vorsah zusammen mit Salihovic und Weis.
Haas
Beck, Jaissle, Compper, Ibertsberger
Vorsah, Salihovic, Weis
Obasi, Ba, Ibisevic
Auch hier sind mit Luiz Gustavo, Teber und dem teuren Wellington, der bisher noch nicht viel gespielt hat, immer noch einige Talente auf der Bank.
Anpfiff
Vor den Augen von 26.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion pfeift der Schiedsrichter das Spiel an. Königsblau gehören eindeutig die ersten 10 Minuten. Vor allem Halil Altintop macht den Unterschied bei Schalke. In der 4.Minute flankt er auf Asamoah, der den Ball aber lieber dem Publikum schenkt, als ihn im Tor unterzubringen. In der 9. Minute wieder Altintop mit einem direkten Schuss. Aber der Mittelstürmer scheitert am schnell reagierenden Torwart Haas. Auch eine schöne Aktion von Westermann wenige Minuten danach kann Haas gerade noch einmal so zur Ecke entschärfen. Das Spiel wird auch zunehmend ruppiger, so dass Fabian Ernst nach Foul an Weis verdient die Gelbe Karte sieht.
Der anschließende Freistoß von Salihovic eine wahre Pracht, geht aber leider knapp vorbei. Das war das Signal, das Hoffenheim gebraucht hatte. Die bislang eher passiven Bundesliga-Neulinge wachen auf und machen Druck. Obasi und Ba und Salihovic immer wieder mit schönen Offensivaktionen (23., 33., 37. und 38.), jedes Mal aber einen Tick zu ungefährlich. Und dann war es doch der FC Schalke 04, der nach 20 zuletzt sehr passiven Minuten das erste Tor erzielte. In der 40. Minute gelangt der Ball über Halil Altintop zu Asamoah, der mit rechts den Ball versenkt. 0:1, Schalke liegt vorne. Da sahen Compper und Jaissle bei der Abwehr von Halil Altintop nicht gut aus…
Eine Minute gab’s noch drauf, dann der Pausenpfiff. Würde es bei diesem Ergebnis bleiben, wäre der FC Bayern München Herbstmeister mit einem Punkt Vorsprung vor der TSG Hoffenheim. Der FC Schalke 04 hätte damit als Tabellensechster wieder an die UEFA-Cup-Plätze angeschlossen. Insgesamt machten muntere Hoffenheimer jedoch Lust auf die zweite Hälfte – entschieden ist momentan noch gar nichts.
Ralf Rangnick muss reagieren und bringt zu Beginn der zweiten Hälfte Luiz Gustavo für den etwas glücklosen Vorsah ins Spiel. Das Spiel hat gerade erst wieder begonnen, als eine neue Hiobsbotschaft für die Hoffenheimer kommt: Obasi greift sich schmerzverzerrten Gesichtes an den Oberschenkel und signalisiert seinem Trainer, dass er vom Platz muss. Gegnerische Einwirkung war nicht zu erkennen. Für ihn kommt mit der Nummer 10 Selim Teber ins Spiel.
Irgendwie will das Spiel nicht richtig in die Gänge kommen. Stattdessen eine wüste Klopperei und Hackerei mit mehreren Karten: erst Rafinha nach hartem Foul an Salihovic (52.), dann bei Rudelbildung Strafen für Asamoah und den frisch eingewechselten Teber (56.). In der 59. dann Jermaine Jones, der schon gelb in der 23. Minute gesehen hatte und folglich vom Platz musste. Proteste der Schalker führen zu einer weiteren gelben Karte gegen Engelaar (60.). Jones’ eigener Frust hat für den jungen Nationalspieler vielleicht sogar noch Konsequenzen, denn der Schalker flippt förmlich aus, beschimpft alles, was bei Drei nicht auf den Bäumen ist… Kurz: die Partie ist momentan alles, nur kein Fußballspiel mehr. Unschön. Auch Schalkes Co-Trainer Youri Mulder wird wegen Meckerns auf die Tribüne verbannt. Vorsichtshalber nimmt Fred Rutten den provozierenden Asamoah vom Platz und bringt für ihn Kobiashvili ins Spiel.
Das Spiel lief auch in den nächsten 10 Minuten nicht schöner. Beide Mannschaften waren sichtlich gereizt. Vor allem die Schalker kämpften mehr gegen ihre inneren Aggressionen als gegen den Gegner, wie es schien, denn in der 72. Minute fiel Fabian Ernst mit einem dicken Foul an Compper auf, dass nur den Freistoß brachte, denn Ernst ist auch schon gelbverwarnt gewesen. Doch der Freistoß brachte dann den Anschluss für die TSG Hoffenheim: der eingewechselte Teber bringt den Ball aus ca. 20 Metern über die Mauer in das Tor von Manuel Neuer, das ist das 1:1 (72. Minute).
Klar: ein Unentschieden würde Hoffenheim für die Herbstmeisterschaft reichen, nachdem Bayern gestern in Stuttgart nur Unentschieden spielte, aber wer Ralf Rangnick kennt weiß, dass Hoffenheim hier und heute mehr will. Das 1:1 also so etwas wie der Startschuss für die Hoffenheimer, jetzt so richtig auf die Tube zu drücken. Dann der nächste Schock für Schalke. Nachdem Engelaar, schon gelb verwarnt, Teber am Trikot festhält, sieht er die Ampelkarte und muss vom Platz: Schalke nur noch zu Neunt auf dem Feld! An Gewinnen kann Fred Rutten fast nicht mehr denken, er muss aufpassen, dass er nicht von Hoffenheim weggefrühstückt wird. Daher bringt er für einen Stürmer einen weiteren Defensivmann: Bordon für Halil Altintop (83. Minute).
Die Schlussphase hat begonnen. 9 Schalker gegen 11 Hoffenheimer bei Stand 1:1 und noch sieben regulären Spielminuten. In der 90. Minute immer noch 1:1. Vier Minuten werden angezeigt. Rangnick bringt nun für Ba Wellington ins Spiel. Fred Rutten mit einem Zeitspielwechsel bringt den Kroaten Rakitic für Farfan. Beiden Teams fällt nichts mehr ein und so endet die Partie nach 94 Minuten mit dem 1:1.

Ich hab richtig gewettet! Krieg ich jetzt was von Euch geschenkt??
Liebe V.S.,
das Team von fussballkolumne.de gratuliert Dir zum prophetischen Tipp. Allerdings können wir (noch) keine Preise vergeben. Solltest Du allerdings auf Hoffenheim als Deutscher Meister getippt haben und es wird wahr… dann denken wir noch mal über Gewinne und Preise nach!
Viele Grüße aus der Redaktion,
Eike