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Vedad Ibišević, ein Bosnier mit vielen Akzenten

10.Dezember.2008 Kommentare: 0

Vedad Ibisevic, Stürmer der TSG Hoffenheim

Vedad Ibisevic, Stürmer der TSG Hoffenheim

Profi-Profil: Vedad Ibisevic
von eike@fussballkolumne.de 10.12.2008
“Under construction” steht derzeit auf der Homepage von Vedad Ibisevic, Hoffenheim-Stürmer Nr.1 (www.vedadibisevic.com). Damit hatte ja auch keiner rechnen können, dass der junge Bosnier innerhalb kürzester Zeit vom Reservespieler zum Top-Torjäger der 1. Bundesliga werden würde (und als solcher natürlich einen eigenen Webauftritt benötigt).
Mit Stand Mitte Dezember ist der 1984 in Vlasenica, einer bosnischen Kleinstadt, geborene Hoffenheimer Stürmer Anführer der Torschützenliste mit beachtlichen 18 Toren in 16 Spielen (zweitbester ist der Leverkuser Patrick Helmes mit 12 Toren) – Vorjahres-Torschützenkönig Luca Toni (Bayern München) erzielte in der ganzen Saison nur 24 Tore insgesamt. Seine Scorer-Statistik zeigt, dass er nicht nur Tore schießen, sondern auch hervorragend vorbereiten kann: 7 Assists in 16 Spielen (nur Team-Kollege Salihovic hat mit 8 vorbereiteten Toren eine bessere Tendenz, so wie der Wolfsburger Misimovic mit 9 Assists). Topvorbereiter aus dem Vorjahr, Werder Bremens Diego, brachte es in der ganzen Saison 07/08 „nur“ auf 11 Assists.

Kurz: die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Hält der Lauf von Ibisevic an und erleidet er keine Verletzungs-Rückschläge, kann er in dieser Saison mühelos zum Topschützen und Topscorer werden. Die Vergleiche mit dem jungen Gerd Müller sind nicht aus der Luft gegriffen. Ibisevic hat eine tolle Schusstechnik, beherrscht den Schuss aus der Drehung, ist laufstark und passsicher. Große Vereine haben angeblich bereits mehr als nur ein interessiertes Auge auf den Bosnier geworfen.

Wer ihn vor drei Monaten auf dem Plan hatte, der muss als wahrer Hellseher gelten. Nichts deutete auf die Leistungsexplosion des jungen Spieler hin, der vor zwei Jahren für schlappe 1,2 Millionen Euro von Alemannia Aachen nach Hoffenheim (oder „Hoppenheim“, wie böse Zungen den von SAP-Gründer Dietmar Hopp gesponsorten Club auch gerne nennen) wechselte. Denn auch in der Aufstiegssaison spielte Ibiševic keine nennenswerte Rolle bei der TSG (2007/2008, 2. Bundesliga, am 34. Spieltag „nur“ 5 Tore. Zum Vergleich: der damalige Torschützenkönig Milivoje Novakovic vom 1. FC Köln erzielte ganze 20 Treffer). Beim Kicker-Managerspiel hatte er bloß einen Marktwert von 1,4 Mio Euro – Kollege Toni kostete mit 8,5 Mio mehr als das Sechsfache. Nun, wer Toni gekauft hat wird beim Managerspiel garantiert nicht mehr Herbstmeister. Wer das Schnäppchen Ibiševic ins Team nahm und ihn regelmäßig aufstellte, der hingegen hat die meisten Sturmpunkte sicher, die man sich derzeit holen kann.

Warten wir ab, wie lange die Tore für Ibiševic noch fallen und ab wann seine Homepage die Pforten für die ersten Ibiševic-Fans öffnet.

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