Karlsruher SC – Hamburger SV 3:2 (0:1) – wer dieses Ergebnis getippt hat, muss über prophetische Fähigkeiten verfügen. Nach dem 0:2 durch Hamburg schien die Sache geritzt. Aber ähnlich wie schon gegen Bayer Leverkusen, die gegen den KSC ein sicher geglaubtes 3:0 am Ende mit 3:3 “verloren”, wähnte sich der HSV zu sicher. Doch keine fünf Minuten nach dem 0:2 stand es schon 2:2. Das entscheidende Tor erzielte in allerletzter Sekunde Sebastian Freis, ein Karlsruher Urgestein, für den KSC. Hamburg war am Ende zu passiv. Und so gewann der KSC mit 10 gegen 10 auf dem Platz die Partie und konnte zwischen sich und den Abstiegskeller ein paar Punkte Polster bringen.

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Der HSV war zwischenzeitlich kurz Tabellenführer. Hoffenheim lag gegen Borussia Mönchengladbach hinten und Hamburg führte im Karlsruher Wildpark-Stadion mit zwei Toren. Dann, nur eine Minute nach dem 0:2 konterte der KSC eiskalt. Sebastian Freis erzielte nach einer Vorlage von Andreas Görlitz das 1:2. Das war so schnell gegangen, dass die Hamburger Mühe hatten, sich zu erholen und neu zu formieren. Der KSC blieb kaltschnäuzig und machte nur vier Minuten später das 2:2. Dieses Mal war es der alte Neue: Federico, der nach einem Schuss von da Silva das Runde ins Eckige brachte. Frank Rost konnte es nicht glauben. Fünf Minuten um eine sichere Führung aus der Hand zu geben!
Der Ball ging nun auf beiden Seiten hin und her. Mit einigen Großchancen von Petric und Trochowski wurde die Partie immer ansehnlicher. Aber es blieb zunächst beim 2:2. Doch plötzlich steht der HSV nur noch zu zehnt auf dem Platz! Petric hatte Engelhardt geschubst, der war theatralisch umgefallen (hatte aber vorher auch tüchtig am Trikot des Kroaten gezerrt), Schiedsrichter Kinhöfer zeigte Rot, Petric ging mit großen Beschwerden vom Platz. Rot war hier sicherlich unangebracht und zu hart. Petrics Beschwerden kamen zu recht.
Hamburgs Hoffnungen, doch noch den Dreier einzufahren, erhielten eine knappe Viertelstunde vor Schluss einen herben Dämpfer, als Petric nach einem Schubser gegen Engelhardt, der zuvor beharrlich am Kroaten gezerrt hatte, von Referee Kinhöfer mit Rot bedacht wurde (76.). Allerdings nutzten die Karlsruher ihre Überzahl nicht schnell genug und so waren sie wenige Minuten später auch nur noch zu zehnt. Engelhardt, der aus der Situation mit Petric gelbverwarnt war, foulte den Neu-Hamburger Streit und sah gelb-rot.
Die letzten 8 Minuten brachten eine hektische Partie. Es sah alles nach einem Unentschieden aus. Da brachte Stindl einen Freistoß in die Mitte, wo er Freis auf den Kopf fiel und von dort seinen Weg in das Tor von Frank Rost fand. Ein Schock für den HSV: Niederlage bei einer sicher geglaubten Partie, Null Punkte, vergebene Tabellenführung und einen rotgesperrten Topstürmer… immerhin waren nach der Partie von Hamburgs Derby-Gegner Werder Bremen gegen den KSC zwei Spieler, Diego und Pizarro, gesperrt – rein statistisch kommt der HSV also noch gut weg.
Der KSC fährt nun an den Rhein zum 1.FC Köln. Der HSV kann Arminia Bielefeld empfangen, einen Gegner, der zuletzt für ein paar Überraschungen gut war und Werder Bremen besiegte und Hertha ein Unentschieden abrang.