Das Mittelfeld der Tabelle, das natürliche Lebensgebiet des VfL Wolfsburg, hat plötzlich zwei neue Bewohner: Werder Bremen und Schalke 04. Zwei Mannschaften, die noch vor wenigen Monaten für hochkarätigen Fußball der Spitzenklasse standen. Jetzt: beide graues Mittelfeld. Schalke glänzte, wenn überhaupt, mit schwachen 1:0-Siegen in der Hinrunde. Werder Bremen zeigte eine Achterbahnfahrt des Fußballs: auf geniale 5:2-Siege gegen München, 5:4 gegen Hoffenheim, 5:1 gegen Hertha ließen sie sich von Mannschaften wie Borussia Mönchengladbach und Arminia Bielefeld abschießen. Auch im internationalen Wettbewerb konnten beide Teams nicht wirklich überzeugen, auch wenn Werder Bremen nach Ausscheiden aus der Champions League in Kürze gegen den AC Mailand in der Zwischenrunde steht…

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Das Spiel fing an, wie zu erwarten: mit hundertprozentigen Riesenchancen für die Heimmannschaft, die diese in bester Kevin Kuranyi-Manier meilenweit übers Tor schoss. Schalkes Stürmer waren Werders beste Abwehrspieler, da sie sich elegant selbst aus dem Spiel nahmen. Aber auch Werder fiel zunächst nichts ein. Rosenberg und Almeida blieben uneffektiv. Özil blieb trotz einiger guter Einzelaktionen auch eher hinter seinen Leistungen gegen seinen Ex-Club Schalke zurück. An allen Ecken und Enden fehlten Diego und Pizarro.
Alle 61.673 Fans waren erleichtert, als es beim Pausenpfiff noch 0:0 stand – denn nun konnte man die furchtbare erste Halbzeit mit einem Bier und einer leckeren Stadionwurst vergessen machen. Doch die zweite Halbzeit sollte kommen. Mit ihr kam Kuranyi für den enttäuschenden Halil Altintop. Bei Bremen zunächst alles unverändert. Man stellte sich schon geistig auf eine öde 2.Hälfte ein, da zappelte der Ball auch schon im Netz. So manch ein Fan war vom Veltins-Nachkaufen noch nicht zurück, da brachte Farfan eine Freistoßflanke von der rechten Seite dicht an der Strafraumgrenze in die Mitte, wo der junge talentierte Höwedesmit einem schönen Kopfballtor das 1:0 für die Heimmannschaft erzielte.
Nun, die Zusammenfassung der restlichen 40 Minuten sieht in einem Satz so aus: Schalke verwaltete, Werder schoss gefühlte Hundert Mal daneben und die Partie endete mit einem langweiligen 1:0. Krise war auf beiden Seiten zu spüren und Schalke gewinnt glücklich eine kurze Verschnaufpause. Für Werder hingegen sieht es richtig düster aus. Die Bremer empfangen Tabellenschlusslicht Borussia Mönchengladbach (gegen die sie im Hinspiel verloren) und Schalke darf zu einem kleinen Ruhr-Derby nach Bochum reisen. Beides machbare Gegner, zumindest für ein Schalke und Werder in Topform. Für Schalke und Werder in der desolaten Form der letzten Wochen: vielleicht eine harte Nuss?