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19.Spieltag: Nürnberg gegen Kaiserslautern

9.Februar.2009 Kommentare: 1

FC NürnbergFC Kaiserslautern

Die meisten Zuschauer hatten es sich gerade erst vor dem Fernseher bequem gemacht und DSF eingeschaltet, das spannende Spiel lief keine vier Minuten, da hatte es auch schon geklingelt. Nürnberg errang den Ball im Mittelfeld, kombinierte wunderschön und spielte über links über Pinola. Der zu Frantz, der nun eine butterweiche Flanke in die Mitte brachte, wo der Stürmer Christian Eigler lauerte und sich gegen die schlafende Lautern-Abwehr durchsetzen konnte, Kopfball und Tor. 1:0! Das ging schnell!

Verschnaufen wir kurz nach diesem Blitztor und schauen uns einmal die Aufstellung an:

1. FC Nürnberg
Torwart: Schäfer
Abwehr: Diekmeier, Maroh, Reinartz, Pinola
Mittelfeld: Perchtold, Kluge, Frantz, Mintal
Sturm: Eigler, Boakye
Trainer: Oenning

1. FC Kaiserslautern
Torwart: Robles
Abwehr: Dick, Amedick, Hornig, Bugera
Mittelfeld: Kotysch, Paljic, Dzaka, Müller
Sturm: Jendrisek, Lakic
Trainer: Sasic

“]Christian Eigler

Christian Eigler, Torschütze zum 1:0 [(c) by FCN

Mit dem 1:0 aus der vierten Minute hatte Eigler nun vier Treffer auf seinem Konto. Die Partie ging belebt weiter. Auf beiden Seiten gutes Spiel, die Gastgeber mit dem Vorsprung im Rücken jedoch einen Hauch überlegen. Schnell ging es weiter. Ecken waren immer gefährlich, die Stimmung im Stadion am Brodeln.

Dann in der 23. Minute nach schöner aber etwas zu artistischer Vorarbeit von Boakye kommt der Stürmer aus Ghana doch noch irgendwie zum Abspielen, der Ball kullert vorbei an drei Abwehrspielern vom FCK, landet bei Jungspieler Mike Frantz, der ihn mit einem langen durchgestreckten Rechten irgendwie noch ins Tor schubst. Ein seltsames Tor, aber regelkonform und daher: 2:0! Die Abwehr des FCK sieht heute wirklich katastrophal aus.

Aufregung im Spiel und daher in der 27. Minute rote Karte gegen Hornig, der den alleine vorm Strafraum auftauchenden Eigler von den Beinen holte. Es war eine klare Notbremse, Rote Karte absolut in Ordnung. Ob der anschließende Elfer in Ordnung war, ist schon schwieriger zu sagen, denn Hornig holte Eigler ein paar Zentimeter vor dem Strafraum von den Beinen. Aber man wird wohl nicht viel über diese Entscheidung diskutieren, denn Torwart Robles hielt den schwach geschossenen Strafstoß von Pinola ohne Mühen. Dennoch: der FCK lag 0:2 hinten und war nur noch zu zehnt auf dem Platz. Keine leichte Partie!

“]Mike Frantz

Mike Frantz, Torschütze zum 2:0 [(c) by FCN

Trainer Milan Šašić musste reagieren und schickte nun Kotysch in die Innenverteidigung. Da fand er sich nicht so schnell zurecht, so dass in der 31. Minute nach Flanke von Kluge auf Mintal nur eine Handbreit am Tor vorbeischoß, das wäre fast das 3:0 gewesen. Der Club drehte jetzt richtig auf! Nach einem Freischuss von Perchtold auf das Lautern-Tor konnte Torwart Luis Robles erneut seine ganze Klasse beweisen, als er das Ding super wegfaustete. Auch wenn er schon zwei Mal hinter sich greifen musste, war klar, was für eine klasse Partie Robles hier spielte. Der FCK hatte wohl schon etwas zu viel von dem Christkindl-Glühwein getrunken, der in großen Lettern die Bandenwerbung zierte (ein Überbleibsel aus der weit zurückliegenden Adventszeit vermutlich). Denn den Jungens von Sasic gelang hier im easyCredit-Stadion einfach gar nichts. Einige Großchancen später stand es für den FCK glücklich noch immer 0:2 – das hätte auch gut noch schlimmer aussehen können!

Mit 2:0 ging das Spiel in die Halbzeit. Wäre das auch der Endstand, dann wäre der Club auf den Platz 5 gesprungen, mit 29 Zählern direkt hinter dem FCK (32 Zähler) und auf Grund der besseren Differenz knapp vor Alemannia Aachen. Diese 2.Bundesliga ist so nah beieinander, dass die Rückrunde sicherlich unglaublich spannend wird!

Aus der Kabine kamen 21 Spieler, aus dem nächtlichen Himmel kamen jetzt auch Schneeflocken, doch unterkühlt war die Stimmung nur beim FC Kaiserslautern, der ehemalige Rekordmeister FC Nürnberg wirkte total frisch. Die Roten Teufel kamen geknickt auf den Platz. Wer beim FCK nicht mehr auf den Platz kam, war Florian Dick (für ihn kam Sydney Sam) und Dragan Paljic (für ihn kam Danny Fuchs). Beim Club blieb es zunächst unverändert, aber schon wenige Sekunden nach Anpfiff musste der FCN zwangswechseln, da Mike Frantz nach einem Zusammenprall mit Robles verletzt runter musste -  für ihn kam der ehemalige Fürther Juri Judt auf den Platz.



Spiegel Prämienabo

Die zweite Hälfte verlief dann erst einmal zäh. Die Nürnberger passiv, die Lauterer jedoch drängen – nur zu zehnt gelingt ihnen aber dabei nicht viel. Mit zunehmendem Schneefall wurde die Partie leider eher Durchschnitt. Der Tempo-Fußball aus der ersten Hälfte war vorüber. In der 67. Minute nutzte Sasic seine letzte Wechselmöglichkeit und brachte für Jendrisek den Neuzugang Husejinovic, der in der Winterpause von Werder Bremen nach Kaiserslautern ausgeliehen worden war. Husejinovic aus Bosnien-Herzegowina sollte den leichten Spielvorteil des FCK aus der frühen zweiten Halbzeit noch weiter ausbauen und das Ding doch noch drehen.

In der 75. Minute holte sich Pinola eine folgenschwere gelbe Karte ab – es war seine 5. in dieser Saison, das heißt, dass er ausgerechnet gegen Alemannia Aachen in der nächsten Woche fehlen wird. Nun kam schließlich doch noch Bunjaku für Boakye ins Spiel. Boakye war laufstark, spielte aber gerade im Strafraum zu “brasilianisch” und verlor häufig den Ball.  Plötzlich, Bunjaku war noch keine 20 Sekunden auf dem Platz, da brachte ein langer Ball von Kluge in die Spitze Mintal in Position, der sich durchsetzte und aus sehr spitzem Winkel das 3:0 erzielte. Damit war der Kasten zu, der FCN gewinnt über den FCK. Der Wechsel von Marcel Risse, der erst jüngst vom Erstligisten Bayer Leverkusen zum Club kam, war nun mehr ein taktischer Wechsel.

Das Spiel endete schließlich wie es enden musste, mit dem 3:0-Sieg vom Club.

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