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Die Bayern und ihre sog. individuelle Klasse, Teil 2: Die Abwehr und das Tor

Nach dem ersten Teil aus der Serie “Die Bayern und ihre sogenannte individuelle Klasse”, der sich mit dem Bayern-Sturm auseinandersetzte und zu dem eher nüchternen Bild von teurem Durchschnitt (Gomez, Klose, Toni) und kostengünstigen Talenten (Müller und Olic) kam, gibt es nun Teil 2: die Abwehr und das Tor.

Es ist ja nicht selten, dass Vereine einige Milliönchen in ihre Mannschaft buttern, um am Ende festzustellen: Huch, wir haben ja gar nicht in die Abwehr investiert! Wohlgemerkt: wir schreiben das Jahr 2009! Und immer noch ist den großen Clubs ihre Abwehr scheinbar so wichtig, wie Carlos Valderrama ein Besuch beim Friseur. Real hat es falsch gemacht, die Bayern auch. Denn: wer steht denn da bitteschön noch rum in der Abwehr?


Lucio natürlich - ach halt, der ist ja gar nicht mehr da! Klar, die Queen kann ja auch ihre Kronjuwelen verkaufen und mit einer Plastikkrone aus dem Textildiscounter aufkreuzen. Gehen tut alles. Und natürlich können die Bayern auch ihren Abwehr-Boss Lucio verscherbeln … vorausgesetzt, dass sie ihn adäquat ersetzen! Haben sie aber nicht getan.

Philipp Lahm, zu Beginn etwas Gutes. Denn klar, der ist klasse. Mit einer leichten Formabwärtskurve, aber das Pendel schwingt so sicher zurück, wie das Amen in der Kirche. Die einzige Nicht-Baustelle in der Viererkette.

Dann: van Buyten, der Top-Torjäger der Bayern. Blöd nur, dass er dafür eigentlich nicht eingestellt wurde. Denn seinen eigentlichen Job: Tore verhindern (statt selber welche machen), den erledigt van Buyten schon seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich so gut. Vielleicht fehlt ihm ein Lucio, der ihm zeigt, wo man als Abwehrspieler überall so rumzustehen hat. Vielleicht braucht der einfach mal einen Tapetenwechsel, zu Hannover 96 zum Beispiel. Oder zum VfL Bochum. Dort könnte er sicherlich was reißen, mit seiner individuellen Klasse. Gegen Toptorschützen wie Trezeguet und Amauri, die er in der Champions League aufhalten musste, da hat er keine Schnitte.

Martin Demichelis, den die Moderatoren im Fernsehen seit kurzem nur noch “DemiTSCHelis” aussprechen (warum auch immer - haben sie vorher schließlich auch nicht getan…), Demichelis ist ein guter Mann und treu: seit sechs Jahren im Verein, so was kommt ja heute fast nicht mehr vor im Profifußball. Aber so treu wie er dem FCB ist, so treu ist er auch seinem steten Leistungsabfall. Im Bundesliga-Spiel gegen Schalke mit tausenden von individuellen Fehlern (statt individueller Klasse), im Spiel gegen Leverkusen ein Totalausfall, der mit den steilen Pässen von Kroos und der Abgebrühtheit von Kießling nicht klar kam. Wenn Bayern Pech hat, bleibt Demichelis dem Verein weitere sechs Jahre treu….

Dann ist da noch Holger Badstuber. Holger wer? Ja, hätte auch keiner gedacht, dass ein 20-jähriges Eigengewächs Stammspieler bei den Bayern wird. Muss man sich den Namen merken? Das ist jetzt noch nicht genau zu sagen. Vermutlich nicht. Denn auch wenn Badstuber einige gute Spiele gemacht hat (z.B. gegen Schalke oder im Hinspiel gegen Juventus Turin): zur ersten Riege wird er wohl nicht gehören….

Braafheid und Breno: das sind so teure Einkäufe, die keiner braucht. Genauso gut kann man sein Geld auch in ein großes schwarzes Loch schmeißen. Schlechte Spieler, die bei einem Verein mit den Ambitionen eines FCB nichts zu suchen haben. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ein Zweitligaverein gerne diese Spieler hätte….

Zuletzt, das Tor. Nun ich mach es kurz, weil darüber eigentlich schon alles gesagt ist. Das Schicksal von Michael Rensing (den sein Trainer früher auch gerne mal “Christian” nannte) ist tragisch und sollte Spieler lehren, dass kleine Brötchen auch gut schmecken können. Für einen Bundesligaverein im unteren Drittel ist Rensing ein geeigneter Keeper. Aber seine große Klappe steht leider umgekehrt proportional zu seinen Leistungen als Torwart. Tragik seiner Geschichte hin oder her. Bei den Bayern hat Rensing nichts zu suchen. Und Butt…. Butt… Butt…. tja, was soll man da sagen, außer: Butt?

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