Zugegeben. Wuppertal geht es gerade nicht gut. Die Schwebebahn fährt schon seit Monaten wg. Bauarbeiten nicht mehr, die Schließung des Schauspielhauses hat die Feuilletons im letzten Herbst erschüttert und die Verschuldung der Stadt ist erschreckend hoch. Und jetzt droht auch den Fußballfans in der Bergischen Großstadt eine herbe Enttäuschung: der Abstieg des WSV in die Regionalliga. Dabei lief es in den vergangenen Jahren beim WSV sehr rund. Mit EX-WSV-Stürmer Sahir Maglik hatte man den Toptorjäger der Liga und der Aufstieg in die 2. Bundesliga war oft zum Greifen nah. Und nun? Schon die ganze Saison über dümpelt man auf dem letzten oder vorletzten Spieltag rum und kämpft gegen den Abstieg. Nach der Trainerentlassung scheint es nun wieder erste Anzeichen zu geben, dass für den WSV noch Licht am Ende des Tunnels ist. Kommt die Freude zu früh??
Anfang April beurlaubte man beim WSV Trainer Uwe Fuchs und wollte damit, so der Vorstandsberater Weber, “ein Signal an die Mannschaft richten.” Das Signal scheint angekommen zu sein. Mit nur 10 Mann auf dem Platz gewann man gestern mit einem Last-Minute-Tor in der 91. Minute durch Mittelfeldspieler Steve Müller gegen die Kickers Offenbach mit 1:0. Wichtige drei Punkte, erzielt durch einen Mann, der diese Saison nicht wirklich glänzen konnte. Müllers teilweise desaströse Leistungen in dieser Saison, wie gegen den VfL Osnabrück in der Hinrunde, sind mit seinem wichtigen Treffer von gestern ausgeräumt. Der Matchwinner lässt den WSV wieder träumen.
Die aktuelle Tabelle am 34. Spieltag der 3. Liga zeigt den WSV nur noch 4 Punkte vom Nichtabstiegsplatz entfernt: mit einem Spiel weniger wohlgemerkt. Am Samstag empfängt man im Wuppertaler Zoostadion den FC Ingolstadt 04 (aktuell 3. Platz), um dann am Mittwoch zum VfB Stuttgart II zu fahren, für das Nachholspiel, das wichtige. Danach kommen allerdings noch ein paar harte Brocken für den WSV: SpVgg Unterhaching, Carl Zeiss Jena und Dynamo Dresden… die Punkte hatte man gegen leichtere Gegner liegen lassen.
Der Abstieg ist nach wie vor ein drohendes Problem für den WSV und es wird schwer, den Klassenerhalt zu schaffen. Aber den gebeutelten Wuppertalern wäre es sehr zu gönnen, wenn nach Theater- und Schwebebahnschließung nicht auch noch der Fußballverein ins Nichts stürzen würde… Für den Endspurt in der 3. Liga wünscht Fussballkolumne.de dem WSV viel Glück!