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Schalke-Dortmund: DAS Derby

17.September.2010 Kommentare: 3

Gestern berichteten wir ausführlich über das Derby zwischen Union Berlin und Hertha BSC, das am heutigen Freitag, den 17.09.2010 ab 18 Uhr in der Alten Försterei stattfinden wird. Aber an diesem Spieltag stehen noch weitere Derbys an. Und einige davon haben eine lange Tradition, wie beispielsweise das Spiel Schalke 04 gegen Borussia Dortmund (von vielen Fußballfans auch als das Derby bekannt). Fussballkolumne.de wagt eine Spielprognose für Deutschlands heißestes Revierderby!

Schalke 04 – Borussia Dortmund: Das Derby



Der Autor dieser Zeilen hat in seinem Leben viele Derbys gesehen. Auch viele zwischen Schalke und Dortmund. Und dennoch kann er sich aus purer Nostalgie von einer Stadionkarte nicht trennen: es war in der Saison 2006/2007, am 12. Mai bei bestem Fußballwetter auf der Südtribüne, als der BVB den Erzrivalen Schalke 04 im Signal Iduna Park empfing. Am vorletzten Spieltag der Saison blickte der BVB auf eine durchwachsene Saison zurück, Schalke 04 hingegen blickte unter dem damaligen Trainerpropheten und Meistermacher Mirko Slomka auf den Meistertitel, der zum Greifen nahe schien. Nun, es sollte anders kommen. Mit Toren von Frei (44. Minute) und Smolarek (85. Minute) gewinnt der BVB unter Trainer Thomas Doll mit 2:0 gegen den Rivalen Schalke und vermasselt diesem endgültig die Meisterschaft.

Eintrittskarte zum Derby in der Saison 2006/07

Seit diesem Spiel konnte der BVB kein Revierderby mehr gegen Schalke 04 gewinnen. Doch diese Saison verlief bislang alles andere als normal für Königsblau. Kein einziger Punkt in vier Pflichtspielen und Abstiegskeller – wohlgemerkt trotz der namhaften Einkäufe des Vereins: Raul (ablösefrei von Real Madrid), Huntelaar (14 Mio. vom AC Mailand), Metzelder (ablösefrei von Real Madrid), Jurado (13 Mio. von Atlético Madrid) oder Deac (3 Mio., von Cluj). Auf der Einnahmenseite Schalkes hingegen nur Heiko Westermann (für 7,5 Mio zum HSV) und Rafinha (für 9 Mio zum FC Genua) – macht ein Transferminus von rund 20 Mio. Euro (zum Vergleich: der FC Bayern München gab in dieser Saison keinen einzigen Cent für Neuzugänge aus).

Borussia Dortmund hingegen verlor in der noch jungen Saison bislang nur ein einziges Mal: das war beim 0:2 gegen Bayer Leverkusen. Seitdem lief es rund für das Team von Trainer Klopp: Europa-League-Qualifikation, Bundesliga und gestern abend (wenn auch mit Hängen und Würgen) das erste Spiel in der EL-Gruppenphase gegen Karpaty Lwiw. Doch auch beim BVB macht sich Unzufriedenheit breit bei den Fans. Trotz der Erfolge gibt es eine Fan-Initiative (Kein Zwanni für nen Steher!), die zum Boykott des Spiels aufruft. Grund: die für das Derby um 50% erhöhten Kartenpreise. Auch Trainer Klopps viel zitierter (und offensichtlich missverstandener) Boykott-Aufruf sorgte für Unruhe in schwarzgelben Reihen.

Eine Prognose für das Derby zwischen Schalke und Dortmund am Sonntag fällt unter diesen Umständen schwer. Packt der FC Schalke 04 die Trendwende mit einem Sieg? Lässt sich der BVB von den brodelnden Unruhen beeinflussen? Zündet die Real Madrid-Rakete Raul-Huntelaar-Metzelder am Ende doch noch? Steckt dem BVB vielleicht das 4:3 von der EL noch zu sehr in den Knochen? Schwer zu sagen. Die Wahrheit wird wie immer auf dem Platz liegen.

Am Sonntag, den 19.09.2010 um 17:30 Uhr in der Schalker Veltinsarena.

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3 Kommentare zu “Schalke-Dortmund: DAS Derby”

  • FanM sagt:

    Mich würde einmal interessieren, warum man in Dortmund – angesichts des Boykottaufrufs (den übrigens nur eine Minderheit befolgen wird) – verschweigt,

    - dass ein Schalke Fan schon seit Jahren knapp 20 Euro für einen Gästestehplatz im Signal-Iduna-Park zahlt, während BVB-Fans bislang zu einem Spottpreis Stehplatzkarten für das Spiel auf Schalke bekamen,

    - dass der BVB den sicheren Erwerb eines Tickets für das (begehrte) Spiel gegen den FC Bayern (und sicher auch in der Rückrunde gegen Schalke!) an den Kauf (Bedingung) eines weiteren Tickets gegen das wenig attraktive Lautern gekoppelt hat (sog. “Meisterpaket”: meisterlich ist da nur die Abzocke der Bayern/Gästefans, die das Spiel gegen Lautern nicht die Bohne interessiert!),

    - dass der BVB für die eigenen Sitzplatzkarten (konkret die, die nach Ablauf der o.g. Koppelungsaktion angeboten werden) bis zu 30% höhere Preise als Schalke in vergleichbaren Sitzplatzkategorien verlangt,

    - dass der BVB – anders als Schalke – seine Fans und Kunden bei Kartenbestellungen (egal ob erfolgreich oder nicht) minutenlang hinhält in einer sehr teuren Tickethotline (zudem reiner Sprachcomputer: man bekommt gar keinen Mitarbeiter an den Hörer),

    - dass der BVB bei sage und schreibe sechs Spielen (Schalke bei drei!) einen sog. Topzuschlag erhebt,

    - dass der BVB (offizieller Vorverkauf) sage und schreibe 7 Euro Gebühren (zusätzlich zum Kartenpreis und zusätzlich zu den Vorverkaufsgebühren) verlangt, auch wenn nur eine (Stehplatz-)Karte für ein Heim- oder Auswärtsspiel bestellt wird?

    Das alles macht deutlich: Dieser konkrete Boykott der BVB-Fans hat ausschließlich das Ziel Schalke in ein schlechtes Licht zu rücken. Er ist alles andere als ehrlich gemeint, unglaubwürdig und an Scheinheiligkeit gar nicht mehr zu überbieten!
    Das ist schade, denn die Ticketabzocke gibt es tatsächlich und ein ehrlicher Protest aller Fans, zunächst einmal glaubwürdig gegenüber dem eigenen Verein (wie ihn z.B. die Werderfans beim CL-Spiel oder auch die Schalker Fans gegenüber den eignen Vereinsverantwortlichen und auf der Jahreshauptversammlung praktiziert haben) und danach gemeinsam und vereinsübergreifend wäre dringend von Nöten!

  • Oliver sagt:

    @FanM: Das hast Du zwar alles sehr richtig zusammengefaßt aber mal im Ernst: wayne interessierts? Die Preispolitik der Vereine zu vergleichen ist doch Äpfel und Birnen vergleichen. Die Preise macht jeder Club selbst. Und wenn der BVB entscheidet daß er 6 Toppsiele hat statt 3 kann er das machen.

    Daß die Fans aus Dortmund sauer sind kann ich acuh verstehen aber wie du schon richtig schriebst werden die Fans trotzdem kommen. ist ja nur ein kleiner BVB-block der das boykotiert.

  • MoH sagt:

    @FanM:

    Ich bin BVB Fan und du hast absolut recht mit den Fakten die du da gesammelt hast. Aber der Aufruf der Dortmundfans ist weder scheinheilig noch zwecklos.
    Wir sind uns sehr wohl im Klaren, dass auch in Dortmund nicht alles top ist, aber du kannst sicher sein, dass wir nicht so naiv sind von anderen Dinge zu erwarten, die wir selbst nicht einhalten. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass wir auch vor der eigenen Haustuere kehren muessen. Und es ist sicherlich effektiver, wie du es acuh richtig bewertest, dass es einer einheitlichen Stimme der Fans bedarf.

    Stellt sich also die Frage, Wie erreiche ich das?
    Etwa durch Vereinsinterne Diskussionen (die dann das eben angesprochene “vor der eigenen Haustuer kehren” loesen koennte)?
    > Sicher nicht! Jeder weiss, wie die Diskussionen verlaufen. Da der Heimfan selber weniger betroffen ist und die Dauerkarte in den wenigsten Faellen Topzuschlaege enthaelt, haelt sich der Drive des Protestes eher in Grenzen. Man kaempft halt lieber fuer sich selber anstatt fuer andere.
    Somit ist fuer mich klar, dass wenn man Leute fuer diese Aktion (die sich im Uebrigen auf Ticketpreise im Allgemeinen bezieht) gewinnen will, man bei den Auswaertskarten ansetzen muss. Wenn dem so ist, ist es meiner Meinung nach nur logisch dass man sich den Zeitpunkt auswaehlt, der der Wirksamkeit der Aktion am zutraeglichsten ist.
    Was ist die Wirksamkeit? Sicher nicht das Fernbleiben durch die Fans. Natuerlich: je mehr mitmachen desto besser. Oder das erzwingen von besseren Preisen fuer Dortmunder Fans fuer Karten bei unseren blau weissen Nachbarn. Ehrlich gesagt verstehe ich die Wirksamkeit in diesem Zusammenhang eher als Medienwirksamkeit. Allein die Tatsache, dass wir hier darueber diskutieren zeigt mir, dass die Wirkung nicht verfehlt wurde. Beim Spiel gegen Wolfsburg oder so, haette das sicher keine Sau interessiert. Jetzt wird darueber diskutiert und ich bin gespannt was sich daraus entwickelt. Ich wuerde mich ueber positive Resonanz und moeglichst viele Nachmacher/Mitstreiter freuen. Selbst die UGE hat ja grundsaetzlich Verstaendnis fuer die Thematik. Die Vereine, die eine gesunde und grosse Auswaertsfahrerkultur haben (be-)trifft es ja auch am meisten.
    Unsere Jungs (uebrigens hier mal ein grosses DANKESCHOEN an alle Initiatoren und Unterstuetzer) haben meiner Meinung den richtigen Weg und das richtige Thema gefunden wo es sich lohnt, dass wir uns grundsaetzlich mal Gedanken machen, wie weit wir uns treiben lassen. Leider hab ich schon genug geschrieben, ansonsten wuerde ich mich naemlich auch noch gerne darueber auslassen, dass
    1)
    mit den hohen Preisen die Fankultur leiden wird und der Fan immer mehr zum Kunden verkommt. Stichwort englisch verhaeltnisse usw… Wollen wir das?

    Und obwohl ich eigentlich nichts von den Millionaersdebatten halte, so frage ich mich dennoch
    2)
    warum der Fan ueber die Eintrittspreise, die sich ein Geringverdiener/Schueler/Student/Azubi nicht mehr so oft leisten kann – Anfahrt und das Drumherum mal mitgerechnet – eine Transfer- und Gehaltspolitik mitfinanzieren muss, die sowieso schon vor laengerer Zeit weltweit voellig aus dem Ruder gelaufen ist. Die Transfers und Gehaelter sind doch WAHNSINN!!! An Perversitaet und Distanz zur Realitaet nur noch von den dahinterstehenden Finanzierungsmodellen uebertroffen.

    So! Das musste jetzt mal raus!

    Und am Sonntag freue ich mich schon auf den Vergleich Kagawa Huntelaar. Man sieht doch, dass es auch anders geht!

    Zufaelliger- oder (?) gluecklicher Weise bei meinem Verein.

    sgg
    MoH

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