Als der FC Hansa Rostock am Ende der Spielzeit 2009/2010 nur auf einem Relegationsplatz stand und beide Ausscheidungsspiele gegen Ingolstadt verlor, war allen Beteiligten klar, dass nur ein Ziel oberste Priorität haben konnte: Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Ein schwieriges Unterfangen, hatte doch die Mehrheit des Kaders keine gültigen Verträge für Deutschlands dritthöchste Spielklasse. So sah sich das neue Führungsduo der sportlichen Leitung einer schwierigen Aufgabe gegenüber. Doch Trainer Peter Vollmann und Manager und Hansa-Urgestein Stefan ‘Paule’ Beinlich schafften mit bescheidenen Mitteln, was viele vorher für unmöglich gehalten hatten.
Der neu zusammengewürfelte Kader übertraf die Erwartungen. Wurde offiziell vom Ziel gesprochen, in den nächsten 3 Jahren wieder aufzusteigen, so spielte die junge Mannschaft lange um die Drittligameisterschaft mit, musste sich am Ende der Saison nur der Eintracht aus Braunschweig geschlagen geben und stieg als Ligazweiter mit einem souveränen Vorsprung von 14 Punkten auf den Viertplatzierten SV Wehen Wiesbaden auf. Zurück in Liga 2 galt es zu Beginn dieser Saison den Ball flach zu halten. Mehr als den Klassenerhalt anzustreben fiel selbst dem optimistischsten Fan in seinen kühnsten Träumen nicht ein. Geld für nennenswerte Neueinkäufe war eigentlich nicht vorhanden, und so wurde die Mannschaft nur punktuell verstärkt. Doch kein Transfer hat die öffentliche Meinung mehr gespalten als der von Marek Mintal. Der altgediente Bundesligatorschützenkönig der Saison 2004/2005 sollte den Angriff verstärken, die Erfahrung aus 365 1. und 2.Liga-Spielen mitbringen und der jungen Mannschaft Halt und Führung im Abenteuer 2.Bundesliga bieten. Doch die Hoffnung währte nicht lang.
In den ersten 2 Spielen der neuen Saison, dem 0:2 zu Hause gegen Paderborn und dem 1:1 in Dresden, konnte er die Erwartungen nicht erfüllen, blieb ohne Tor, verlangsamte des Spiel und passte nicht in die wirbelnde Offensive des FCH um Jänicke, Semmer und Ziegenbein. Dann kam die 1. Runde im DFB Pokal. Gegen Bochum verletzte sich Mintal in den ersten zehn Minuten und fehlt seitdem dem Team. Doch Mohammed Lartey, der seitdem für ihn spielt, fügt sich viel besser ein, auch wenn er die Niederlage gegen Bochum im Pokal nicht verhindern und in den darauffolgenden Spielen auch zu keinem Tor beitragen konnte. Nach dem 5. Spieltag immer noch sieglos können die Fans des FCH also nur auf einen Sieg gegen Ingolstadt am 6. Spieltag hoffen. Ausgerechnet. Denn sonst droht der nächste Betriebsunfall.