Das Topspiel des 9. Spieltags der 1. Fußball-Bundesliga zwischen dem Deutschen Meister Borussia Dortmund und den Norddeutschen von der Weser endete mit einer 0:2-Niederlage der Bremer Gastgeber. Das ist ein eindeutiges Ergebnis, das sich wie totale Überlegenheit der Schwarzgelben liest. Ein Blick auf die Statistiken des Spiels hingegen offenbart eine ganz andere Lesart: 64% Ballbesitz für Werder, 13:6 Torschüsse für Werder, 11:3 Eckbälle für Werder und eine komplette Halbzeit mit einem grün-weißen Spieler mehr auf dem Platz auf Grund einer gelb-roten Karte in der 47. Spielminute für Perisic wegen wiederholtem Foulspiel. Wer sich diese Zahlen anschaut, der wundert sich zurecht, weshalb das Spiel mit einem eindeutigen Sieg der Dortmunder endete und muss zu dem einzig zulässigen Schluss kommen: Werder Bremen hat sich selbst geschlagen.
Schon gegen Hertha BSC am 7. Spieltag spielte Werder ab der 57. Minute mit einem, ab der 63. Minute sogar mit zwei Mann Überzahl und schaffte es dennoch nur mit großer Mühe und einem bisschen Glück, einen Sieg in den letzten Sekunden der Partie zu erringen. “In Überzahl nichts dazugelernt” heißt es konsequenterweise heute auf werder.de.
Auch die Chancenverwertung wird man diskutieren müssen. Während die Dortmunder 6x aufs Tor schossen und 2 Treffer erzielten, schossen die Bremer 13x aufs Tor, jedoch ganz ohne Ausbeute. Auch die Verwertung von Ecken und Freistößen war dürftig: “Die Standardsitutaionen insgesamt müssen zu einer Waffe werden, aber bei uns kommt nix bei rum”, schreibt ein frustrierter Werder-Fan im Werder Bremen-Forum worum.org.
Individuelle Kritik wird sicherlich auch nicht ausbleiben. Ein großes Fragezeichen muss hinter der Leistung von Philipp Bargfrede gesetzt werden. 609 Spielminuten absolvierte der 22-jährige Bremer Spieler in dieser Saison bereits und konnte in keiner dieser Minuten wirkliche Impulse setzen. Seine Fehlpassquote ist zu hoch, seine Abwehrarbeit zu rüde und ungeschickt (so verursachte er z.B. den Strafstoß für Hannover 96 bereits in der 2. Spielminute durch ein Foul an Stindl). In der 62. Minute kam Ekici für Bargfrede und belebte das Spiel sichtbar, wenn auch nichts Zählbares dabei rumkam.
Der Ersatzkeeper Mielitz, der den rotgesperrten Tim Wiese vertrat, konnte in seinem 12. Bundesligaspiel nicht immer überzeugen. Perisics Treffer in der ersten Hälfte ging zwar eine dürftige Abwehrarbeit der Bremer voran, doch hätte Mielitz den Schuss durchaus auch parieren können – er ging nur wenige Zentimeter über seinem Kopf ins Tor.
“Ich bin wirklich sehr enttäuscht”, sagte Thomas Schaaf nach Abpfiff im Interview. “Wir haben eine Partie geliefert, die gezeigt hat, dass wir nichts dazugelernt haben.” (Quelle: werder.de) Dem ist nichts hinzuzufügen.