13.Spieltag: Elf des Tages

Tremmel (Energie Cottbus)
Simunic (Hertha) - Naldo (Werder) - Subotic (BVB) - Santana (BVB)
Cicero (Hertha) - Augusto (Leverkusen) - Baumjohann (M’gladbach) - Hajnal (BVB)
Kießling (Leverkusen) - Obasi (Hoffenheim)
Damit stellt an diesem Spieltag der BVB die meisten Spieler (3), gefolgt von Hertha BSC (2) und Bayer Leverkusen (2). Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach und Hoffenheim stellten je einen Spieler, während mit Tremmel das erste Mal in dieser Saison ein Cottbuser Spieler es in die Elf des Tages schaffte.
Werder Bremen - 1. FC Köln (13.Spieltag)

Werder Bremen - 1. FC Köln
Heute trifft der Ex-Werderaner Pierre Wome auf den Club, bei dem er bis vor kurzem noch gespielt hat: auf Werder Bremen. Der Kameruner gehörte damals zum Herzstück der hochgelobten Bremer Verteidigung, wo er zusammen mit Naldo und Per Mertesacker alles dicht machte. Die Verteidigung von Werder ist zur Zeit ein reines Desaster: “Schießbude der Liga” war für die letzten Spieltage der Spitzenclub aus der Hansestadt. Mittlerweile (dieses Spiel nicht mit eingerechnet) haben sich Borussia M’gladbach und der Karlsruher SC diesen Titel mit 24 Gegentoren geholt, Werder hat 23. Sollten sie heute ein oder mehr Gegentore kassieren sind sie wieder im Rennen um den Negativ-Titel! Köln hingegen ist mit 15 Gegentreffern derzeit zweitbeste Defensiv-Mannschaft in der Liga! Entscheidet heute im ausverkauften Weserstadion also die bessere Defensive über den Spielausgang? Wir werden sehen.
Bei Werder in der Abwehr der Österreich Seabastian Prödl, dazu Mertesacker und Naldo, sowie der Finne Petri Pasanen. Im Mittelfeld stehen Kapitän Frank Baumann, Torsten Frings und Aaron Hunt, sowie Superstar Diego. Im Sturm der ausgeliehene Claudio Pizarro zusammen mit Hugo Almeida. Im Tor wie immer Tim Wiese. Schmerzlich fehlen wird den Bremern heute der (zu Unrecht) rotgesperrte Özil.
Köln stellt in der Abwehr Brecko, Mohamad, Geromel und eben Wome auf. Im Mittelfeld stehen Pezzoni, der portugiesische Superstar Petit, McKenna und Vucicevic. Stürmen tun wie immer Antar und der sehr gefährliche Novakovic. Den Kölner Kasten hütet der Kolumbianer Faryd Mondragon.
Und Anpfiff. Die ersten 10 Minuten reißt Köln ganz klar das Spiel an sich. In der Bremer Abwehr herrscht heilloses Durcheinander. Auch Naldo, sonst so routiniert, zeigt bisher ein desaströses Stellungsspiel. Es dauert bis zur 9. Minute, bis Diego einen ersten Torschuss wagt, der aber weit drüber geht. Zwei Minuten später ähnliches Szenario, diesmal mit Frings - nur die mangelnde Präzision bleibt gleich. Dann in der 14. Minute kommt Bewegung ins Spiel. Doppelpass, Baumann dringt in den Strafraum ein, vor ihm nur noch Mondragon. Ausgerechnet Ex-Kollege Wome muss die Situation klären, indem er den Kapitän von hinten schubst, so dass er über den Torhüter stürzt. Keine Frage: Elfmeter. Diesen verwandelt Diego mit größter Ruhe und Souveränität vorbei an Mondragon ins rechte obere Eck zum 1:0. Tanz an der Eckfahne… Nicht ganz verdient die Führung, schauen wir was Werder draus macht. Sie drücken ein bisschen aufs Gaspedal. Vor allem Almeida und Diego drücken nach vorne, doch im Endeffekt bleiben sie unerfolgreich. Diese kleine Durststrecke nutzen die Kölner und drücken nun ihrerseits. Torgefährliche Situationen entstehen durch nach wie vor schlechtes Bremer Abwehrspiel. Doch dann ist es Werder, die das Ding reinmachen. Torsten Frings über rechts in den Strafraum, wo Mohamad ihn zu Fall bringt. Der erwartete Elfer wird nicht gegeben (die Zeitlupen-Wiederholung zeigt: zu Unrecht, er hätte gegeben werden müssen). Immerhin wird auf Ecke entschieden. Frings drückt rechts ein loses Stück Rasen an der Eckfahne zurecht, legt sich den Ball auf den Punkt, schaut, nimmt Anlauf und bringt ihn rein - auf den Hinterkopf des langen Naldo, der ihn mühelos ins linke untere Eck platzieren kann. 2:0 für Werder Bremen in der 45.+1 Minute. Dann Pausenpfiff. Im wahrsten Sinne des Wortes glückliche Werderaner gehen vom Platz. Ein versteinerter Christoph Daum versteht die Welt nicht mehr und starrt fassungslos vor sich hin….
Immer noch keine Statistik vorhanden, wieviele Tore in dieser Saison schon zwischen der 46. und 49. Minute erzielt wurden, aber ich wette, dass es viele waren…. Hier war es in der 48. Minute, als Köln das Tor erzielte, natürlich durch Novakovic, der von Vucicevic bedient wird. Mit ein bisschen Glück schafft er es an Mertesacker vorbei und aus mittlerer Entfernung ins Tor. 2:1 - der Anschlusstreffer ist sein 8. Treffer in dieser Saison. Werder lässt nicht lange auf sich warten und setzt sich in der 55. Minute noch einmal deutlich ab. Hugo Almeida schnappt sich eine Flanke vom eingewechselten Dusko Tosic und hämmert das Ding aus fast 20 Metern mit einem Wuchtschuss knapp unter die Latte in den Kasten. Ob Mondragon den schnellen Ball überhaupt hat kommen sehen?? 3:1 und das zweite Tor für den Portugiesen Almeida, der bisher immer hinter dem Schweden Rosenberg das Nachsehen hatte. Der Wettbewerb im Bremen-Sturm dürfte neu ausgerufen sein…
Keine zwei Minuten später hat Pizarro das 4:1 auf dem Fuß, schafft es aber doch irgendwie knapp links am Tor vorbeizuschießen. Dafür landet der stolpernde Pizarro selbst im Tor… Dennoch: Bremen kommt und lässt den Kölnern keinen Raum mehr. Köln braucht neue Impulse und verspricht sich diese von frischen Spielern: Daum wechselt aus, Sanou kommt für Pezzoni und Radu für den gelb-vorbelasteten Vucicevic (67. Minute). Schöne Aktionen der Grün-Weißen: rechts erobert Frings den Ball und zieht ab, der prallt ab, wieder auf Frings, der auf Diego in der Mitte, der weiter nach rechts auf Hunt und Schuss. Vorbei. Wenige Sekunden später Sturm der Kölner, Novakovic auf Radu, der geht im Strafraum zu Fall nach Bodycheck von Tosic, der Schiedsrichter lässt weiterlaufen und gibt keinen Elfer für Köln sondern entscheidet auf Schwalbe: merkwürdig, denn dann hätte er Radu die gelbe Karte geben müssen. In jedem Fall eine Fehlentscheidung, so oder so… das weiß auch Trainer Christoph Daum und lacht den Schiri sichtlich aus - womit er vollkommen Recht hat!
Insgesamt sehen die Fans jetzt eine spannende Bundesligapartie. Beide Teams drücken und speilen schnell und offensiv. Vor allem Almeida kann seine Visitenkarte eindrucksvoll abgeben: er spielt klasse! Hingegen fällt der Ex-Werderaner Wome negativ ab. Nicht nur sein Foul, dass zum Elfmeter führte ist schlecht, auch seine Ecken sind ziellos und ungefährlich, seine Offensivaktionen merkwürdig übereifrig und somit effektlos.
In der Bremer Abwehr hingegen stimmt nun alles: Mertesacker verteidigt brilliant, Naldo und Tosic haben auch ein großartiges Offensivspiel im Angebot und Pasanen gibt rechts ein besseres Bild ab als links! Die Fans singen zu Recht ihre Lieder: “Die-e-eeee-go” und “Hier - regiert - der SVW”.
Nun bringt Thomas Schaaf doch noch Rosenberg für den fantastischen Almeida ins Spiel (82. Minute). Rosenberg lässt sich nicht lange bitten und köpft eine Flanke von Tosic in der 83. an die Latte, das war knapp.
Radu erzielte in der 86. Minute ein Tor, doch die Zeitlupe zeigt: vier Kölner standen dabei klar im Abseits, das Tor zu Recht nicht gewertet: die Kölner meckern vergeblich. Eine Minute später erneut eine klare Abseitsstellung von Novakovic, der meckert ebenfalls, doch vergeblich. Die Bremer Abwehr hat das voll im Griff. Die Bremer Angreifer auch, 88. Minute, Hammerschuss von Rosenberg auf den Keeper. Eine Minute Nachspielzeit, die dann noch einen passablen Torschuss von Vranjes sieht. Dann Schlusspfiff, Werder nimmt drei Punkte mit gegen unglückliche Kölner.
Die Verlierer dieser Partie waren eindeutig die vier Referees, die das Spiel über weite Strecken eindrucksvoll störten. Hoffen wir, dass Pizarro nach seiner Verbalattacke gegen die Schiedsrichter aus der vergangenen Woche heute seinen Mund hält und nicht gegen den Stuttgarter Schiedsrichter Schmidt wettert (obwohl das durchaus gerechtfertigt wäre) - dann würde er wohl kaum mit bloß 3.000€ Strafe davon kommen… Nächste Woche geht es für Werder in die Nachbarstadt Hamburg zum Nordderby: da sollte Pizarro besser dabei sein! Für Köln geht es nächste Woche
Hertha BSC - Hamburger SV (13.Spieltag)

Hertha - HSV
Das zweite Heimspiel der Hertha in Folge. Nachdem die Berliner letzte Woche Hoffenheim erstklassig besiegten (siehe Spielbericht Hertha-Hoffenheim) bekommen sie es heute, ebenfalls im heimischen Olympia-Stadion, mit dem Hamburger Sportverein zu tun. Sieht man einmal von dem Debakel in Bremen ab (siehe Spielbericht Werder-Hertha) ist die Bilanz der Berliner in dieser Saison überraschend gut. Es versprach eine spannende Partie zu werden. Dennoch waren 10.000 Zuschauer weniger im Stadion als gegen Hoffenheim in der vergangenen Woche, was aber auch an den teureren Tickets und dem nasskalten Regenwetter gelegen haben könnte…
Hertha stürmte in den letzten Wochen ohne Pantelic meist besser als mit und so schienen viele Hertha-Fans nicht allzu beunruhigt, dass “Pante” wegen der Verletzung aus dem vergangenen Spiel nicht aufgestellt war und Trainer Lucien Favre für ihn den spritzigen Kacar brachte (weswegen Raffael klar nach vorne rutschte). Martin Jol, der Trainer des HSV, brache statt Aogo Demel und statt Benjamin (zuletzt sehr schwach) den Hamburger Neuzugang Jansen.
Anpfiff. Erwartungsgemäß belauerten sich beide Teams die ersten Minuten. Voronin machte in der 8. Minute einen ersten Vorstoß, doch Keeper Rost parierte glanzvoll. Die nächste Chance gab es auf Hamburger Seite in der 13. Minute. Ein Einwurf kurz vorm Strafraum landete auf Petric. Perfekte Brustannahme des Kroaten, der mit dem Rücken zum Tor steht und sich daher nicht anders zu helfen weiß, als einen Fallrückzieher zu probieren… der auch gelingt!! Sagenhaft, das 0:1 für die Gäste. Tor-des-Monats-verdächtig! (siehe auch hier, dieses YouTube-Video: Petrics Fallrückzieher-Tor gegen Hertha BSC
).
Leider staunten nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Hertha. Die waren sogar so erstaunt, dass sie in der Folge das Spielen vergaßen. Die Hamburger konnten schalten und walten wie sie wollten, die Defensive der Berliner quasi nicht vorhanden. Ein Glück für das Team von Trainer Favre, dass die Hamburger Chancenverwertung in den folgenden 32 Minuten miserabel war. So blieb es bei dem einen Treffer der Hanseaten und beide Mannschaften verabschiedeten sich mit dem 0:1 in die Kabine (angeblich hat die Premiere-Konferenz nach dem Petric-Tor nicht ein einziges Mal in der ersten Hälfte das Spiel gebracht…).
Viele Fans waren noch nicht von den endlos langen Schlangen am Bier- und Bratwurststand im Berliner Olympiastadion zurückgekehrt, als ihnen schon ein gewaltiger Torjubel entgegen kam: verdammt, sie hatten ein Tor verpasst. Und was für eins! Die zweite Hälfte war noch keine 30 Sekunden alt, als der Berliner Abwehrspieler Chahed von rechts einen Traumpass auf Cicero brachte, der aus kurzer Distanz ins Tor einköpfte! 1:1 - der Ausgleich für die Berliner, den schätzungsweise 10.000 Würstchenkäufer und Bierholer nicht gesehen haben dürften…
Weiter ging es. Aktiv wirkte Domovchiyski, der nach der Pause für den tänzelnden, aber uneffektiven Brasilianer Raffael ins Spiel kam (der auch schon gegen Hoffenheim elegant-aber-ungefährlich spielte).
Viele Aktionen der Berliner gingen wieder über die rechte Seite, die Achillesverse des HSV. Hierrüber ging das 1:1 und über Rechts sollte auch das 2:1 gehen…. Nicu über rechts passt quer zum aktiven Domovchiyski: der hat keine Probleme an Rost vorbei den Führungstreffer zu erzielen! 2:1 - so hatten sich die Hamburger das sicher nicht vorgestellt…
Die Hanseaten aus dem Konzept gebracht und stürmende Berliner. Lediglich Petric in der 63. und Trochowski mit einem Fernschuss-Hammer in der 70. Minute konnten noch kleine Akzente im Hamburger Spiel setzen. Aber die Berliner, nun zunehmend defensiver, hatten auch gelegentliche Offensiv-Aktionen. Unglaublich, dass Voronin in der 79. Minute die Vorentscheidung an Frank Rost verlor, der den Ball doch noch sicherte: eine 100%ige Chance, die der Spieler aus der Ukraine da vergab. Letzte Chance des Spiels dann in der Nachspielzeit durch den Hamburger Pitroipa: doch die Berliner hatten Glück, der Schuss ging an die Latte!
So blieb es beim 2:1 für die Hertha, die nicht unverdient als Sieger vom Platz ging. Während die Hertha nach zwei Heimspielen nächste Woche nach Bochum muss (die ein unangenehmer Gegner sein können), geht es für den HSV nach hause, wo sie den Nord-Rivalen Werder Bremen empfangen: Nordderby!!
VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld (13.Spieltag)

VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld
Drei Spiele in Folge ohne Sieg: der Lack beim VfB Stuttgart ist ab. An Meisterschaft und Champions League ist derzeit nicht zu denken. Mittelmaß, das ist die Ansage. Ein Unentschieden gegen überraschend starke Frankfurter am letzten Spieltag zeigt, dass man auch vermeintlich schwächere Gegner nicht unterschätzen darf. Ein Sieg gegen die Arminia Bielefeld, ebenfalls ein vermeintlich schwacher Gegner, soll es heute richten. Trainer Armin Veh konnte heute wieder auf Tasci in der Innenverteidigung bauen; zudem auf Khedira und Cacau, die ebenfalls zurück in die Startelf kamen. Die zuletzt schwachen Träsch und Marica blieben auf der Bank, genauso wie der selbsternannte Michael-Ballack-Verfolger Thomas Hitzlsperger, der zuletzt nur mit Fehlpässen, bösen Fouls und langweilig-verzweifelten Torschüssen aus über 30 Metern auffiel (die meistens auch über 30 Meter am Tor vorbeigingen - ein Ballack-Verfolger sieht anders aus!). Mario Gomez daher heute mit Kapitänsbinde. Der Trainer der Ostwestfalen, Michael Frontzeck, konnte nach der Niederlage gegen Mönchengladbach vorige Woche, Marx und Lamey bringen - Nico Herzig (gelbgesperrt) blieb ebenso wie Halfar auf der Bank.
Anpfiff… harte Zeiten für Fans beider Mannschaften. Harte Zeiten für Kolumnisten, die über dieses Spiel berichten sollen: denn diese Partie ist ein heißer Anwärter auf den Titel “Langweiligste Begegnung der Saison”. Auf den ersten Torschuss mussten die Zuschauer satte 17 Minuten warten, doch Magnin schoss knapp am Tor vorbei. Die Bielefelder Schüsse, meistens durch Wichniarek, rangen Jens Lehmann kaum große Leistung ab. Veh schickt Hilbert zum Aufwärmen, den er dann auch für den schwächelnden Khedira bringt (38. Minute). Halbzeitpause in einer schnarchlangweiligen Partie.
Unverändert kamen die Mannschaften aus der Kabine zurück. Einige Fans hatten das Stadion schon verlassen (wurde mir von einem befreundeten Stadion-Besucher berichtet). Die größte Aufregung der zweiten Hälfte, nehmen wir es gleich vorweg, brachte Jens Lehmann. Der wollte sich den Preis für “das schlechteste Abspiel der Saison” holen und warf dem gegnerischen Katongo den Ball im Strafraum direkt vor die Füße. Der zieht schnell ab, aber Lehmann kann parieren. Nachschuss Kirch, der aber einen Stuttgarter Verteidiger anschießt. Situation geklärt. Jens Lehmann lächelt und macht eine deutliche “Puh, das war aber knapp”-Gäste: immerhin selbstironisch merkt er, was das für ein Mist war. Das war in der 51. Minute…. wir spulen vor…. Bis zur 90. Minute. Einige halbseidene Chancen, viele davon für die abschlussschwachen Bielefelder, und viel Langeweile später wird die Begegnung endlich abgepfiffen. 0:0. Die Schwaben werden zu Recht von ihren Fans ausgepfiffen und ausgebuht. Eine magere Leistung, ein langweiliges und zähes Spiel.
Das lässt nichts Gutes ahnen, wenn man bedenkt, dass der VfB nächste Woche gegen zur Zeit starke Wolfsburger ran muss und die Bielefelder gegen den Tabellenführer Leverkusen…
Borussia Mönchengladbach - Bayern München (13.Spieltag)

13.Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Bayern München
Es ist zwar schon ein paar Jahre her, aber es gab eine Zeit, als diese beiden Mannschaften Fußballdeutschland schlichtweg dominierten. Borussia Mönchengladbach machte 1977 in der Champions League Platz 2, gewann den UEFA-Cup in den Jahren 1975 und 1979, wurde dort auch zwei Mal Zweiter: 1973 und 1980. Pokalsieger waren sie gleich dreifach: 1960, 1973 und 1995
und erreichten 1984 und 1992 jeweils im Pokal Platz 2. Deutscher Meister wurden die Gladbacher gleich fünf Mal, in den Jahren 1970, 1971, 1975, 1976 und 1977 und schlossen 1974 und 1978 als Vize-Meister ab. Was für ein Kaliber! Und jetzt? Frisch aus der zweiten Liga aufgestiegen war der größte Erfolg in der laufenden Saison einmal Platz 11 am dritten Spieltag: darauf folgten acht Spieltage im Abstiegskeller und der erste Trainerwechsel der Saison. Am 4. Oktober 2008 wurde auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass man sich von Trainer Jos Luhukay trennen werde. Interimstrainer wurde der Sportdirektor des Vereins: Christian Ziege. Zwei Wochen später wurde bekannt gegeben, dass Hans Meyer neuer Trainer in Gladbach werden würde. Zuvor hatte Meyer das Amt zwischen 1999 bis 2003 ausgeübt und wurde daher mit Freuden zurückbegrüßt. Das Spiel heute hat also vielleicht nur auf dem Papier historischen Wert, aber dennoch hoffte jeder in M’gladbach auf das Wunder. Höchste Heimniederlage der Borussia war übrigens das 0:6 gegen FC Bayern München in der Saison 1985/1986. Sollte sich das heute wiederholen? Denn die Bayern waren hier klar der Favorit….
Die Aufstellung bei Gladbach sah Paauwe, Gouhouri und Baumjohann vor, statt der letzte Woche erfolgreichen Spieler van den Bergh, Dorda und Colautti. Bei Bayern kehrten nach Verletzungspause Lahm und Schweinsteiger zurück in den Kader. Auch Lell stand unverständlicherweise in der Startelf - von dem Mann, der angeblich auch gelegentlich handgreiflich werden kann (oder der, wie Mehmet Scholl sagt, “seiner Freundin gelegentlich eine lellt”) sah man in den letzten Wochen keine einzige vernünftige Aktion. Die zuletzt so großartigen Spieler Borowski, Oddo und Kroos saßen zunächst auf der Bank (für letzteren wohl ein ewiges Schicksal…. Deutschland, Deine Talente…!). Podolski kämpft mit Rückenproblemen und war daher gar nicht erst mit nach NRW gereist. Es stürmten folglich Miro Klose und Luca Toni.
Wie nicht anders zu erwarten hatte es stark geregnet und der Rasen war matschig. Das bremste dann auch das Spiel sichtlich, das wollte einfach nicht in Gang kommen. Aus der Lethargie wurde der Zuschauer erst in der 21. Minute gerissen, als -förmlich aus dem Nichts- eine schnelle Kombination über die linke Seite kam. Philipp Lahm bahnte sich seinen Weg in den Strafraum, umdribbelte dabei mehrere Abwehrspieler und dann, kurz vor der Grundlinie, legte der Abwehrspieler mit sicherem Auge und Fuß auf den lauernden Toni ab. Der hatte nun keine Probleme mehr, den Ball mit dem rechten Außenrist aus kurzer Distanz ins Tor zu schießen: 0:1 für die Gäste. Das Spiel wurde jetzt interessanter. Die Münchner dominierten nun das Spielfeld und hatten bis zur Pause mehrere Großchancen, die sie aber nicht verwerten konnten. Daher blieb es beim 0:1.
Man muss nicht in der Kabine gewesen sein, um zu wissen, was Hans Meyer seinen Jungs aufgetragen hat: offensiveres Spiel. Und so kam die Borussia bemüht aus der Kabine und schaffte es, die lethargischen Münchner ordentlich unter Druck zu setzen. Fast meinte man, wieder die zwei Mannschaften auf Augenhöhe zu sehen, wie damals. Doch dann der Schock in der 65. Minute: der Borusse Gouhouri foult im Strafraum Ribery. Elfmeter! Den führt Ribery auch selber aus. Kurzer Anlauf, kurzes Abstoppen, erneuter Anlauf und dann Mitte-Links versenkt: 0:2. Kein Meisterschuss, aber drin.
Mit einem sicheren Vorsprung von zwei Toren wechselt Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann (heute öfter mal mit einem Lächeln auf den Lippen) aus. Tim Borowski und Sosa kommen kurz aufeinander folgend für die schlapper wirkenden Bayernspieler Schweinsteiger und Lahm (65. Minute, 67. Minute). In der 77. Minute dann, wer hat die Borussia ernsthaft noch auf dem Plan?, dann aus dem Nichts die Chance. Der sehr aktiv spielende Marin bringt eine Ecke rein, der ebenfalls souveräne Baumjohann verlängert bis kurz vor den Fünfmeterraum. Dort lauert Friend, der Demichelis austricksen kann und links in die Ecke schießt. Der Anschlusstreffer. 1:2!
137 Sekunden später, die Bayern hatten die Orientierung noch nicht ganz wiedergewonnen, eine starke Aktion der Borussia, die bei Bradley endet, der perfekt und bilderbuchgleich an Michael Rensing vorbei ins rechte Eck zieht. Tor. Ausgleich: 2:2! Wer hätte das gedacht??
Jetzt wird’s richtig schnell. Die Borussia drängt, die Bayern erwachen aus ihrem Dornröschenschlaf und beide Teams bieten den Zuschauern eine unglaublich spannende Schlussphase. Beide Teams mit großartigen Chancen, die letze der Partie hat Luca Toni in der 91. Minute: doch er verzieht. Und so ertönt der Schlusspfiff, beide Teams nehmen einen Punkt mit nach hause. Aus Bayern-Sicht wohl “nur” einen Punkt…
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