Die anderen Freundschaftsspiele
Außer Deutschland und Norwegen gab es gestern noch mehrere andere Freundschaftsspiele. Fussballkolumne.de beleuchtet die anderen Spiele. Wer gegen wen, wer erzielte die Tore, welche Trainer arbeiteten gut, welche schlecht, Ribery oder Messi - was ergab der direkte Vergleich?? (Read on …)
Chelsea feuert Scolari

Ein Stück Geschichte: Chelsea und Scolari gehen künftig getrennte Wege...
Zwei mal sah Michael Ballack im letzten halben Jahr den brasilianischen Star-Trainer scheitern. Das erste Mal als Scolaris Team Portugal in der Europmeisterschaft 2008 im Viertelfinale am späteren Finalisten Deutschland scheiterte (2:3), das zweite Mal am heutigen Montag, den 9.Februar 2009, als der Premier League-Club FC Chelsea Scolari fristlos entließ: “dismissed with immediate effect”, wie es in der Verlautbarung des Vereins heißt: “Felipe has brought many positives to the club since he joined and we all feel a sense of sadness that our relationship has ended so soon.” Das letzte Unentschieden gegen den Aufsteiger Hull City (0:0) zeigte, dass auch Chelsea in dieser Saison nicht mit der erwarteten Durchschlagskraft antrat. Der Verein in der Krise und auf Trainer-Suche. (Read on …)
HSV mit Effizienz-Fußball: 3:1 gegen Aston Villa


HSV : Aston Villa 3:1 (2:0)
Der HSV konnte sich heute in der heimischen HSH-Nordbank-Arena eindrucksvoll gegen den Wirbelwind-Club der englischen Premier League durchsetzen. “Das wird kein Freundschaftsspiel”, hatte HSV-Trainer Martin Jol vor dem Spiel noch angekündigt und damit eine durch und durch deutsche Fußball-Kriegslist angewandt: den Gegner hochreden! Keiner kann das so gut wie deutsche Teams. Ein bisschen ist das nun auf den Holländer abgefärbt. Na klar, Aston Villa steht derzeit noch vor Dinosauriern wie Arsenal London, aktuell auf Platz 4 der Tabelle, und nur einen Punkt und Platz hinter Champions League-Gewinner Manchester United. (Read on …)
Deutschland-England 1:2 (0:1)
(Berlin, 19. November 2008) In einer insgesamt äußerst langweiligen Partie schlug die B-Elf von England zu Recht eine desolate deutsche Elf. Die meisten deutschen Offensivaktionen verkümmerten schon in der eigenen Hälfte. Die Engländer störten früh, die deutsche Elf war äußerst fehleranfällig im Passspiel und Spielaufbau.
Alles ging in der Nationalmannschaft durch die Mitte und dort standen die Engländer so perfekt, wie das deutsche Mittelfeld schlecht stand.
Die Flügel, auf denen sich Trochowski immer wieder anbot, wurden nicht bespielt: überall merkte man das Fehlen zweier hochkarätiger Mittelfeld-Regisseure wie Frings und Ballack, die stark in der Ballbehauptung und zielsicher im Zuspiel und Verteilen der Bälle sind. Rolfes und Jones konnten diese Rolle nicht ausfüllen. Schweinsteiger machte insgesamt auch keine glückliche Figur: aber die Engländer hingen an ihm wie Kletten und waren sichtlich darauf gedrillt, Schweinsteiger komplett aus dem Spiel zu nehmen: hatte er den Ball wurde er sofort gedoppelt. Eine erfolgreiche Strategie, wie sich zeigen sollte!
Im deutschen Angriff stimmte in der ersten Hälfte einfach gar nichts. Mit Klose und Gomez liefen zwei Spieler in der Startelf auf, die zuletzt in ihren Vereinen eher enttäuschend spielten und die folglich auch in dieser Begegnung 100% unauffällig blieben. Dann kam erst Helmes für den blassen Bayernstürmer Klose (46. Minute) und Podolski für den unsichtbaren Mario Gomez (57. Minute). Während es dem Leverkusener Angreifer gelang, sich beim 1:1 wirkungsvoll in Szene zu setzen, als er den Fehler des englischen Unglücks-Torwarts Carson eiskalt ausnutzte und einnetzte, blieb Poldi eher unauffällig.
In der Abwehr spielte nicht wie erwartet Schäfer von Beginn an, sondern der Hoffenheimer Marvin Compper. Der Mann mit der Rückennummer 16 machte wenig falsch und noch weniger richtig: insgesamt kein glänzender Auftritt. Auf der Position fehlte ganz klar ein Weltklassespieler wie Philipp Lahm: den konnte Compper eindeutig nicht ersetzen. Anfangs hatten es die Engländer ganz klar auf die rechte Seite abgesehen: dort verteidigte Friedrich die ersten Minuten sehr wackelig, fand dann aber mehr ins Spiel. Einzig Per Mertesacker zeigte heute eine gute Leistung. In der direkten Wertung kann man sagen, war der Bremer Abwehrspieler klar der beste Mann auf dem Platz. Er zeigte Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und die nötige Orientierung.
Im Tor stand in der ersten Halbzeit Rene Adler und in der zweiten Halbzeit der Bremer Torwart Tim Wiese. Beide bekamen einen Gegentreffer. Adler versucht einen Ball mit Links wegzufausten, hakte sich dabei irgendwie bei einem Gegenspieler ein, der ihn behinderte, den Ball schnell genug mit Rechts wegfausten zu können, als Adler merkte, dass es mit Links nicht ging. Die Zeitlupen zeigten deutlich: nur Millimeter ging Adlers Faust am Ball vorbei. Beim Runterkommen wurde Adler zu Boden gerissen und konnte den anschließenden Nachschuss von Upson nicht mehr parieren. Er beschwerte sich danach lautstark, dass der Schiedsrichter nicht gepfiffen hätte. Jedoch handelte der Schiedsrichter absolut richtig: da gab es nichts zu pfeifen!
Wiese hingegen zeigte einige Glanzparaden und bewies, dass er der einzige deutsche Torhüter im Moment ist, der seit Jahren in einem Topclub mit internationaler Erfahrung spielt. Beim Gegentreffer war Wiese machtlos. Terry kam nach einem Freistoß aus dem Nichts und köpfte ein. Auch wenn Bela Rethy in seiner Moderation von einem Abseitstreffer sprach und meinte, man müsse den Engländern “eigentlich” das Tor aberkennen, war davon auch in der siebzehnten Zeitlupe nichts zu sehen: absolut regelkonformes und schönes Tor… und zudem: sehr verdient!
Denn obwohl ausgerechnet am Ende Deutschland auftaute und ein bisschen attraktiver zu spielen begann, hatte diese desolate deutsche Elf es nicht verdient, hier als Sieger vom Platz zu gehen. Nach 93 Minuten war das Spiel zu Ende. Aber so richtig freuen konnte sich keiner über das Ergebnis: die deutschen Fans natürlich nicht, aber auch bei den Engländern herrschte gleichgültige Teilnahmslosigkeit: wer freut sich schon über einen Sieg, wenn die eigene Mannschaft gerade das langweiligste Spiel der letzten Monate abgeliefert hat??
Aber wie sagte Michel Platini vor dem Spiel: Deutschland gegen England? Das ist doch ein alter Hut von 1966, unsere Generation ist doch eigentlich mit den viel brisanteren Begegnungen zwischen Deutschland und Holland aufgewachsen! — vielleicht hat der Präsident der UEFA recht und wir müssen uns einfach auf den nächsten Klassiker freuen, wenn irgendwann Deutschland wieder gegen Holland spielt…!
Die Londoner Times titelte zwar: “England’s lesser lights combine to fulfil year of transformation” (Quelle: The Times), aber von einer wirklich Transformation zweiklassiger Spieler in Legenden wie Beckham, Cole oder Ferdinand kann noch nicht die Rede sein. Eine gelungene Verjüngungskur hingegen kann man den Engländern sehr wohl bescheinigen… was nicht immer eine Selbstverständlichkeit war.
Vorbericht Deutschland - England
Ein Klassiker auf den viele gewartet haben: Deutschland gegen England.
Doch was für ein Deutschland spielt da eigentlich gegen was für ein England? Die Aufstellung der beiden Teams enthält derzeit viel Gewohntes, aber auch einiges an Überraschendem.
Das Tor bei der deutschen Nationalelf hütet natürlich erst einmal Rene Adler (Bayer Leverkusen). Der junge Mann ist die derzeitige Nummer 1, da Robert Enke von Hannover 96 immer noch verletzungsbedingt pausiert. Hinter ihm steht momentan nur der Bremer Tim Wiese. Beide sind aktuell in einer guten Form und Verfassung: keine Sorge auf dieser Position!
In der Abwehr stehen zwei Routiniers: der Herthaner Arne Friedrich darf natürlich im heimischen Berliner Olympiastadion für die deutsche Elf spielen. Neben ihm der Bremer Abwehrspieler Per Mertesacker, der zuletzt gegen Köln ein gutes Spiel machte. Der Schalker Heiko Westermann wird ebenfalls in der Abwehr stehen, was nicht überraschen dürfte: der Schalker spielt zur Zeit tadellos und ist zudem auch sehr torgefährlich! Die Überraschung in der Abwehr ist damit der vierte Mann, der Wolfsburger Marcel Schäfer, der sieben Jahre lang bei 1860 München spielte, bevor er letzte Saison zum Erstligisten in die VW-Stadt Wolfsburg geholt wurde.
Im Mittelfeld nichts Überraschendes: Ballack ist verletzt und spielt daher nicht, Frings hat noch seine Querelen mit dem Bundestrainer Löw (fussballkolumne.de berichtete) und wird daher auch nicht spielen. Logisch, dass da natürlich die “jungen Wilden” rankommen, die schon zuletzt von sich reden machten: der Leverkusener Simon Rolfes und der Hamburger Piotr Trochowski. Der Münchner Bastian Schweinsteiger ist im Mittelfeld somit dienstältester Spieler! Ergänzt wird die Mittelfeld-Power durch den Schalker Jermaine Jones. Der zuletzt so schwache Stuttgarter Thomas Hitzlsberger bleibt damit erst einmal auf der Bank.
Im Sturm gibt es trotz des Weggangs von Schalker Kevin Kuranyi keine Probleme. Lukas Podolski sitzt nur auf der Bank, er ist noch nicht ganz fit. Dafür stürmen dann mit dem Bayernspieler Miro Klose ein alter Hase (dem im letzten Spiel der Bayern allerdings keine einzige nennenswerte Aktion gelang!) und mit dem jungen Leverkusener Patrick Helmes der aktuelle deutsche Stürmerstar der Liga. Mario Gomez vom VfB Stuttgart hatte diesen Titel bis zur EM inne, enttäuschte dort aber auf ganzer Linie und konnte seitdem noch nicht wirklich wieder zu der Leistung der letzten Saison gelangen: er sitzt daher erst einmal auf der Bank.
Damit stellt Leverkusen zunächst die meisten Spieler auf dem Platz (Adler, Rolfes und Helmes); Bayern und Schalke je zwei Spieler (Klose, Schweinsteiger; Jones und Westermann). Die Teams Hertha, Werder Bremen, Wolfsburg und Hamburg stellen jeweils einen Startspieler. Von den aktuell in der Liga topplatzierten Klubs fehlt damit nur Borussia Dortmund (aktuell: Platz 6). Leistungsträger beim BVB wie Sebastian Kehl und Mats Hummels konnten verletzungsbedingt nicht berücksichtigt werden. Patrick Owomoyela, Marcel Schmelzer, Florian Kringe oder Marc Andre Kruska wurden gar nicht erst berücksichtigt, was angesichts ihrer hervorragenden Leistungen in der Liga eher unverständlich ist….
Und wie schaut es beim Team von der Insel aus?
Schaut man auf die Besetzungsliste dann fällt vor allem eins auf: die Superstars fehlen! Terry spielt, Wright-Philips spielt und Walcott spielt. Peter Crouch sitzt auf der Bank. Und sonst? Wo sind Wayne Rooney, Steven Gerrard, Frank Lampard oder Rio Ferdinand?? Alle verletzt! Auch David Beckham, den seine Wege wieder nach Europa zurückführen (zum AC Mailand), ist nicht nachnominiert worden. Ist das überhaupt eine richtige englische Mannschaft was Fabio Capello da aufgestellt hat?
Im Tor steht David James (Portsmouth).
In der Abwehr stehen: zwei bekannte Größen: Wayne Bridge und John Terry vom FC Chelsea, zusammen mit Glen Johnson (Portsmouth), der wohl hierzulande nur den richtigen Premier League-Fans ein Begriff sein dürfte und Matthew Upson (West Ham) für den vermutlich ein ähnlicher Bekanntheitsgrad anzusetzen ist…
Das Mittelfeld bestücken: Gareth Barry vom Aston Villa, Michael Carrick (Manchester United), Stewart Downing (Middlesbrough), und Shaun Wright-Phillips (Manchester City) - also zwar kein richtiges A-Mittelfeld, aber doch durchaus eins, vor dem man Respekt haben sollte!
Damit rückt Theo Walcott von Arsenal London in den Sturm, wo er zusammen mit dem 24-jährigen Darren Bent von Tottenham Hotspur spielt (den die “Spurs” vor einem Jahr für sage und schreibe 24,5 Millionen Euro vom Absteiger Charlton Athletic kauften - Vereinsrekord! Doch in dieser Saison brachte das den Spurs noch nichts, obwohl Bent sieben Treffer erzielte: sie stehen auf dem vorletzten Platz der Liga - zum Preisvergleich: der Ex-Herthaner Kevin-Prince Boateng kostete die Spurs “nur” 7,9 Millionen Euro).
Ein B-England? Vielleicht! Aber man muss der Ehrlichkeit halber sagen, dass ohne Ballack und Frings auch nicht gerade das absolute A-Deutschland spielt…
Also heißt es am Mittwoch, den 19.11. um 20:45 Uhr im Berliner Olympia-Stadion: A1/2-Deutschland gegen A1/2-England… trotzdem ein Klassiker auf den wir uns freuen.
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