Herthas Heimsieg gegen die Bayern

Das abendliche Olympiastadion in Berlin erlebte eine spannende Begegnung zwischen Hertha BSC und Bayern München
Das Olympiastadion war schon lange nicht mehr ausverkauft. Trotz der winterlichen Temperaturen und leichten Schneefalls waren 74.244 Fans ins Stadion gefahren, um zu sehen, wie sich die Mannschaften der beiden Hoeneß-Brüder um Platz 1 in der Tabelle stritten. Durch den Patzer von Hoffenheim am Vortage (1:5 gegen Leverkusen verloren) hatten beide Teams hier die Möglichkeit nach ganz oben zu springen. Dabei war Bayern klar der Favorit: denn während die Münchner mit voller Belegschaft antraten, war Berlin mal wieder ersatzgeschwächt. Und mit Pantelic fehlte den Berlinern ein zuletzt sehr sicherer Torschütze. Auch Cicero fehlte, er musste eine Gelbsperre absitzen. Klinsmann hingegen brachte in der Startelf die selben Spieler wie in den letzten vier Spielen: das ist Kontinuität! (Read on …)
Hertha BSC Berlin - Galatasaray Istanbul (UEFA-Cup, 5.Spieltag)

Deutsch-Türkische Beziehungen:
In der Millionenmetropole Berlin leben etwa 200.000 Menschen türkischer Abstammung. Das Spiel Hertha BSC Berlin gegen Galatasaray Istanbul (egtl.: Galatasaray Spor Kulübü) steht daher unter einem besonderen Stern. Viele türkische Fans werden im Olympiastadion erwartet, um zu sehen, wie die beiden Hauptstadtvereine gegeneinander spielen. Einige türkische Fans äußerten sich bereits vor dem Spiel als hin- und hergerissen zwischen den beiden Mannschaften. Einige deutsche Fans gehen ins Stadion, obwohl sie eigentlich gar keine Hertha-Fans sind, sondern weil sie sich ein spannendes Spiel versprechen. (Read on …)
Hertha BSC - 1.FC Köln (15.Spieltag)


“Bock auf Kölsch?” - Die Plakate pflasterten seit Tagen Berlin. Denn Hertha BSC Berlin empfing heute, Freitag, den 28.11.2008, die Aufsteiger aus Köln. Mit Siegen gegen Bochum, gegen Hamburg, gegen Stuttgart und sogar Hoffenheim konnte der Hauptstadtverein in den letzten Wochen auf sich aufmerksam machen. Wäre nicht die haushohe 1:5-Niederlage gegen Werder Bremen gewesen: die Bilanz der Hinrunde wäre perfekt. Cicero soll angeblich schon von der Meisterschaft träumen. Ob die Berliner weiterträumen dürfen, dass können sie heute gegen die Rheinländer unter Beweis stellen im Duell Spree gegen Rhein. (Read on …)
Deutschland-England 1:2 (0:1)
(Berlin, 19. November 2008) In einer insgesamt äußerst langweiligen Partie schlug die B-Elf von England zu Recht eine desolate deutsche Elf. Die meisten deutschen Offensivaktionen verkümmerten schon in der eigenen Hälfte. Die Engländer störten früh, die deutsche Elf war äußerst fehleranfällig im Passspiel und Spielaufbau.
Alles ging in der Nationalmannschaft durch die Mitte und dort standen die Engländer so perfekt, wie das deutsche Mittelfeld schlecht stand.
Die Flügel, auf denen sich Trochowski immer wieder anbot, wurden nicht bespielt: überall merkte man das Fehlen zweier hochkarätiger Mittelfeld-Regisseure wie Frings und Ballack, die stark in der Ballbehauptung und zielsicher im Zuspiel und Verteilen der Bälle sind. Rolfes und Jones konnten diese Rolle nicht ausfüllen. Schweinsteiger machte insgesamt auch keine glückliche Figur: aber die Engländer hingen an ihm wie Kletten und waren sichtlich darauf gedrillt, Schweinsteiger komplett aus dem Spiel zu nehmen: hatte er den Ball wurde er sofort gedoppelt. Eine erfolgreiche Strategie, wie sich zeigen sollte!
Im deutschen Angriff stimmte in der ersten Hälfte einfach gar nichts. Mit Klose und Gomez liefen zwei Spieler in der Startelf auf, die zuletzt in ihren Vereinen eher enttäuschend spielten und die folglich auch in dieser Begegnung 100% unauffällig blieben. Dann kam erst Helmes für den blassen Bayernstürmer Klose (46. Minute) und Podolski für den unsichtbaren Mario Gomez (57. Minute). Während es dem Leverkusener Angreifer gelang, sich beim 1:1 wirkungsvoll in Szene zu setzen, als er den Fehler des englischen Unglücks-Torwarts Carson eiskalt ausnutzte und einnetzte, blieb Poldi eher unauffällig.
In der Abwehr spielte nicht wie erwartet Schäfer von Beginn an, sondern der Hoffenheimer Marvin Compper. Der Mann mit der Rückennummer 16 machte wenig falsch und noch weniger richtig: insgesamt kein glänzender Auftritt. Auf der Position fehlte ganz klar ein Weltklassespieler wie Philipp Lahm: den konnte Compper eindeutig nicht ersetzen. Anfangs hatten es die Engländer ganz klar auf die rechte Seite abgesehen: dort verteidigte Friedrich die ersten Minuten sehr wackelig, fand dann aber mehr ins Spiel. Einzig Per Mertesacker zeigte heute eine gute Leistung. In der direkten Wertung kann man sagen, war der Bremer Abwehrspieler klar der beste Mann auf dem Platz. Er zeigte Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und die nötige Orientierung.
Im Tor stand in der ersten Halbzeit Rene Adler und in der zweiten Halbzeit der Bremer Torwart Tim Wiese. Beide bekamen einen Gegentreffer. Adler versucht einen Ball mit Links wegzufausten, hakte sich dabei irgendwie bei einem Gegenspieler ein, der ihn behinderte, den Ball schnell genug mit Rechts wegfausten zu können, als Adler merkte, dass es mit Links nicht ging. Die Zeitlupen zeigten deutlich: nur Millimeter ging Adlers Faust am Ball vorbei. Beim Runterkommen wurde Adler zu Boden gerissen und konnte den anschließenden Nachschuss von Upson nicht mehr parieren. Er beschwerte sich danach lautstark, dass der Schiedsrichter nicht gepfiffen hätte. Jedoch handelte der Schiedsrichter absolut richtig: da gab es nichts zu pfeifen!
Wiese hingegen zeigte einige Glanzparaden und bewies, dass er der einzige deutsche Torhüter im Moment ist, der seit Jahren in einem Topclub mit internationaler Erfahrung spielt. Beim Gegentreffer war Wiese machtlos. Terry kam nach einem Freistoß aus dem Nichts und köpfte ein. Auch wenn Bela Rethy in seiner Moderation von einem Abseitstreffer sprach und meinte, man müsse den Engländern “eigentlich” das Tor aberkennen, war davon auch in der siebzehnten Zeitlupe nichts zu sehen: absolut regelkonformes und schönes Tor… und zudem: sehr verdient!
Denn obwohl ausgerechnet am Ende Deutschland auftaute und ein bisschen attraktiver zu spielen begann, hatte diese desolate deutsche Elf es nicht verdient, hier als Sieger vom Platz zu gehen. Nach 93 Minuten war das Spiel zu Ende. Aber so richtig freuen konnte sich keiner über das Ergebnis: die deutschen Fans natürlich nicht, aber auch bei den Engländern herrschte gleichgültige Teilnahmslosigkeit: wer freut sich schon über einen Sieg, wenn die eigene Mannschaft gerade das langweiligste Spiel der letzten Monate abgeliefert hat??
Aber wie sagte Michel Platini vor dem Spiel: Deutschland gegen England? Das ist doch ein alter Hut von 1966, unsere Generation ist doch eigentlich mit den viel brisanteren Begegnungen zwischen Deutschland und Holland aufgewachsen! — vielleicht hat der Präsident der UEFA recht und wir müssen uns einfach auf den nächsten Klassiker freuen, wenn irgendwann Deutschland wieder gegen Holland spielt…!
Die Londoner Times titelte zwar: “England’s lesser lights combine to fulfil year of transformation” (Quelle: The Times), aber von einer wirklich Transformation zweiklassiger Spieler in Legenden wie Beckham, Cole oder Ferdinand kann noch nicht die Rede sein. Eine gelungene Verjüngungskur hingegen kann man den Engländern sehr wohl bescheinigen… was nicht immer eine Selbstverständlichkeit war.
Hertha BSC - Hamburger SV (13.Spieltag)

Hertha - HSV
Das zweite Heimspiel der Hertha in Folge. Nachdem die Berliner letzte Woche Hoffenheim erstklassig besiegten (siehe Spielbericht Hertha-Hoffenheim) bekommen sie es heute, ebenfalls im heimischen Olympia-Stadion, mit dem Hamburger Sportverein zu tun. Sieht man einmal von dem Debakel in Bremen ab (siehe Spielbericht Werder-Hertha) ist die Bilanz der Berliner in dieser Saison überraschend gut. Es versprach eine spannende Partie zu werden. Dennoch waren 10.000 Zuschauer weniger im Stadion als gegen Hoffenheim in der vergangenen Woche, was aber auch an den teureren Tickets und dem nasskalten Regenwetter gelegen haben könnte…
Hertha stürmte in den letzten Wochen ohne Pantelic meist besser als mit und so schienen viele Hertha-Fans nicht allzu beunruhigt, dass “Pante” wegen der Verletzung aus dem vergangenen Spiel nicht aufgestellt war und Trainer Lucien Favre für ihn den spritzigen Kacar brachte (weswegen Raffael klar nach vorne rutschte). Martin Jol, der Trainer des HSV, brache statt Aogo Demel und statt Benjamin (zuletzt sehr schwach) den Hamburger Neuzugang Jansen.
Anpfiff. Erwartungsgemäß belauerten sich beide Teams die ersten Minuten. Voronin machte in der 8. Minute einen ersten Vorstoß, doch Keeper Rost parierte glanzvoll. Die nächste Chance gab es auf Hamburger Seite in der 13. Minute. Ein Einwurf kurz vorm Strafraum landete auf Petric. Perfekte Brustannahme des Kroaten, der mit dem Rücken zum Tor steht und sich daher nicht anders zu helfen weiß, als einen Fallrückzieher zu probieren… der auch gelingt!! Sagenhaft, das 0:1 für die Gäste. Tor-des-Monats-verdächtig! (siehe auch hier, dieses YouTube-Video: Petrics Fallrückzieher-Tor gegen Hertha BSC
).
Leider staunten nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Hertha. Die waren sogar so erstaunt, dass sie in der Folge das Spielen vergaßen. Die Hamburger konnten schalten und walten wie sie wollten, die Defensive der Berliner quasi nicht vorhanden. Ein Glück für das Team von Trainer Favre, dass die Hamburger Chancenverwertung in den folgenden 32 Minuten miserabel war. So blieb es bei dem einen Treffer der Hanseaten und beide Mannschaften verabschiedeten sich mit dem 0:1 in die Kabine (angeblich hat die Premiere-Konferenz nach dem Petric-Tor nicht ein einziges Mal in der ersten Hälfte das Spiel gebracht…).
Viele Fans waren noch nicht von den endlos langen Schlangen am Bier- und Bratwurststand im Berliner Olympiastadion zurückgekehrt, als ihnen schon ein gewaltiger Torjubel entgegen kam: verdammt, sie hatten ein Tor verpasst. Und was für eins! Die zweite Hälfte war noch keine 30 Sekunden alt, als der Berliner Abwehrspieler Chahed von rechts einen Traumpass auf Cicero brachte, der aus kurzer Distanz ins Tor einköpfte! 1:1 - der Ausgleich für die Berliner, den schätzungsweise 10.000 Würstchenkäufer und Bierholer nicht gesehen haben dürften…
Weiter ging es. Aktiv wirkte Domovchiyski, der nach der Pause für den tänzelnden, aber uneffektiven Brasilianer Raffael ins Spiel kam (der auch schon gegen Hoffenheim elegant-aber-ungefährlich spielte).
Viele Aktionen der Berliner gingen wieder über die rechte Seite, die Achillesverse des HSV. Hierrüber ging das 1:1 und über Rechts sollte auch das 2:1 gehen…. Nicu über rechts passt quer zum aktiven Domovchiyski: der hat keine Probleme an Rost vorbei den Führungstreffer zu erzielen! 2:1 - so hatten sich die Hamburger das sicher nicht vorgestellt…
Die Hanseaten aus dem Konzept gebracht und stürmende Berliner. Lediglich Petric in der 63. und Trochowski mit einem Fernschuss-Hammer in der 70. Minute konnten noch kleine Akzente im Hamburger Spiel setzen. Aber die Berliner, nun zunehmend defensiver, hatten auch gelegentliche Offensiv-Aktionen. Unglaublich, dass Voronin in der 79. Minute die Vorentscheidung an Frank Rost verlor, der den Ball doch noch sicherte: eine 100%ige Chance, die der Spieler aus der Ukraine da vergab. Letzte Chance des Spiels dann in der Nachspielzeit durch den Hamburger Pitroipa: doch die Berliner hatten Glück, der Schuss ging an die Latte!
So blieb es beim 2:1 für die Hertha, die nicht unverdient als Sieger vom Platz ging. Während die Hertha nach zwei Heimspielen nächste Woche nach Bochum muss (die ein unangenehmer Gegner sein können), geht es für den HSV nach hause, wo sie den Nord-Rivalen Werder Bremen empfangen: Nordderby!!
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